Für Goslar sind Starkregenereignisse wegen der Geografie besonders ernst und haben die historische Kaiserstadt schon mehrfach getroffen, so im Jahr 2017. Kein Wunder also, dass gerade dort 2022 ein Forschungsprojekt, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), aufgesetzt wurde. Ziel war es, das Extremwettermanagement zu verbessern und die gewonnenen Erkenntnisse auch für andere Regionen nutzbar zu machen. Das Vorhaben wurde jüngst erfolgreich abgeschlossen. Es zeigt die Vorreiterrolle von REMONDIS Aqua beim Einsatz von Sensorik, Software und künstlicher Intelligenz (KI).
Das Forschungsprojekt „Extremwettermanagement mit digitalen Multiskalen-Methoden“, abgekürzt EXDIMUM, wurde von einem Konsortium aus sieben Partnern unter Federführung der Technischen Universität Braunschweig zwischen Februar 2022 und August 2025 umgesetzt. Ziel war es, mit KI-basierten Messmethoden verlässliche Vorhersagen für besonders gefährdete Gebiete zu gewinnen und so zum Schutz von Leib und Leben, aber auch von Sachwerten beizutragen. Die alte Kaiserstadt bot sich besonders dafür an, ist Goslar doch auf drei Seiten vom Harz umrahmt, in Richtung Norden aber offen. Eine Stausituation für regenreiche Tiefdruckgebiete, die bevorzugt aus Nordwest über Norddeutschland hinwegziehen.
Als Projektpartner unterstützten EURAWASSER und REMONDIS Aqua Industrie, 100 %-ige Tochtergesellschaften von REMONDIS Aqua, die Umsetzung in der Praxis. EURAWASSER ist in Goslar Betreiber der öffentlichen Entwässerung und von Hochwasserschutzanlagen. Im Rahmen des Forschungsprojektes wurden dazu Messdaten in Goslar gesammelt. Es zeigte sich, dass die Standortwahl für die verschiedenen drahtlosen Sensoren, die in Echtzeit Daten zu Pegel, Niederschlag und Bodenfeuchtigkeit liefern, entscheidend für die Qualität der erhobenen Daten ist. Bei zukünftigen Projekten sollte sie integraler Bestandteil der Planung sein, so eines der Projektergebnisse.
Weiter erwies sich die Flexibilität der browserbasierten IT-Plattform als zentral, um heterogene Usergruppen von Feuerwehr, über Technisches Hilfswerk, Forstämtern bis private Grundstücksbesitzer und die Vielfalt denkbarer Anwendungsfälle ohne Schnittstellenprobleme zu integrieren. Nur so ist es in Zukunft möglich, das System ohne großen Aufwand auszubauen und neue technische Entwicklungen zu integrieren.
Durch die Verbindung von Sensorik und hydrologischen Modellen entstanden in gut drei Jahren Forschung intelligente Ansätze, um Wasserstände und Abflussmengen in Echtzeit zu erfassen und die daraus resultierende Gefährdung für Mensch und Infrastruktur zu bewerten. Die Einbindung von KI-Komponenten war besonders effizient: Sie zeigte, welche Möglichkeiten darin stecken, komplexe Auswertungsprozesse so zu automatisieren, dass die Ergebnisse annähernd in Echtzeit vorliegen. Dieses erhebliche Potenzial sollte man, so die Empfehlung der Beteiligten, in Folgeprojekten weiterentwickeln.
Einen ersten erfolgreichen Test hat der 22. Mai 2023 gebracht. Innerhalb von nur einer Stunde fielen über 80 mm Niederschlag in Goslar. Wo es Probleme im Entwässerungssystem geben würde, war auf Grund der Datenlage klar auszumachen. Und auch, dass der Pegelanstieg die Abzucht, einen Bach, der Goslar passiert, nicht zum Überlaufen bringen würde. Eine Wiederholung der Ereignisse von 2017 drohte also nicht.
Insgesamt hat das Projekt EXDIMUM gezeigt, dass im Zusammenspiel von intelligenter Sensorik, einem wissenschaftlich entwickelten Vorhersagemodell und dem Einsatz von KI ein wertvolles Werkzeug zum Umgang mit Starkregenereignissen steckt. REMONDIS Aqua und ihre Tochtergesellschaft EURAWASSER ermöglichen auch anderen Kommunen und Auftraggebern von dem gewonnenen Know-how zu profitieren und die Wissenschaft wird insbesondere den Einsatz von KI weiter vorantreiben.
Hier erfahren Sie mehr über Starkregen und wie REMONDIS Aqua intelligent damit umgeht:
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