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1. April 2026

Kommunale Finanzen: Der Investitionstau wächst weiter

Öffentlich-Private Partnerschaften als Lösungsansatz für strukturelle Herausforderungen der Kommunen

Deutschlands Kommunen müssten seit Jahren viel mehr in ihre Infrastruktur investieren, können es mangels finanzieller Mittel aber nicht. Die KfW hat diesen Rückstau 2025 in ihrem Kommunalpanel für das Vorjahr auf 215,7 Mrd. Euro beziffert – trotz Sondervermögens des Bundes unverändert mit steigender Tendenz. Denn die Kommunen sind zwar für 70 Prozent der Investitionen der öffentlichen Hand verantwortlich, haben aber selbst nur einen Anteil von rund 15 Prozent an den Steuereinnahmen. Die Lücke schließen müssten Zahlungen von EU, Bund und Ländern an die Kommunen. Doch die bleiben weit hinter dem Bedarf zurück und das seit Jahrzehnten.

In einigen Bereichen der Daseinsvorsorge (zum Beispiel Wasser/Abwasser, Entsorgung, Energie) haben sich deshalb Öffentlich-Private Partnerschaften (ÖPP) als erfolgreicher Lösungsansatz etabliert: Durchdachte Kooperationen aktivieren das Know-how und die Investitionskraft privater Unternehmen. Gleichwohl besteht bei den kommunalen Entscheidungsträgern trotz vieler Positivbeispiele eine gewisse Zurückhaltung, wenn es darum geht, als Kommune ein Privatunternehmen in die Daseinsvorsorge einzubinden.

Der Investitionsstau in den Kommunen wächst weiter. Hier braucht es praktikable Lösungen, damit die kommunale Daseinsvorsorge auch in Zukunft zuverlässig erbracht werden kann

Studie zu den Potenzialen einer ÖPP

Mit den Gründen hat sich eine aktuelle Befragung des Kompetenzzentrums Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge e.V. (KOWID) im Auftrag mehrerer Branchenverbände und Unternehmen befasst. Nach Angabe der befragten Kommunen bremsen in erster Linie die Komplexität der Vertragsgestaltung, die Angst vor Insolvenzen privater Partner, fehlende personelle Kapazitäten in den Verwaltungen sowie politische und gesellschaftliche Vorbehalte den Einsatz des Instruments.

Interessant ist, dass laut Studie die Zustimmung zu ÖPP mit wachsender Projekterfahrung in den Kommunen deutlich zunimmt. Gemeinden, die bereits praktische Erfahrungen gesammelt haben, erkennen eher die Vorteile in Bezug auf Effizienz, Qualität und Know-how-Transfer. Kommunen ohne eigene ÖPP-Erfahrung stehen solchen Projekten dagegen tendenziell skeptischer gegenüber. Diese Zurückhaltung beruht also eher auf Unsicherheiten und fehlenden Erfahrungen als auf prinzipieller Ablehnung.

Dieser Skepsis kann man, das zeigen die Erfahrungen bei REMONDIS, durch die Wahl eines am Markt etablierten privaten Partners mit entsprechenden Erfahrungen entgegenwirken. Wichtig ist auch ein hohes Maß an Transparenz und Beteiligung vom ersten Tag an. Die Komplexität der Vertragsgestaltung sollte nicht als Problem, sondern als Chance für Klarheit und Fairness bei der Zusammenarbeit verstanden werden. Was sauber geregelt ist, kann später nicht zu Überraschungen führen.

Austausch zu den Potenzialen von ÖPP auf der IFAT

Kommunale Entscheidungsträger sollten sich bei ihren ersten Schritten Richtung ÖPP über die Erfahrungen anderer Kommunen mit dem Thema informieren und den Erfahrungsaustausch suchen; schließlich betreten sie für sich zwar Neuland, aber andere haben das Thema schon längs und quer vermessen. Dazu gibt es viele Wege. Einen davon bietet der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) im Rahmen der diesjährigen IFAT, der Weltleitmesse für Umwelttechnologien, in München an:

Am 5. Mai veranstaltet der BDE auf der IFAT ein Panel mit kommunalen Experten, die alle mit ÖPP-Erfahrung aufwarten können. Konkret werden Ingo Brohl (Landrat Kreis Wesel), Dr. Michael Paul (Stadtwerke Köln), Dr. Oliver Rottmann (KOWID) und Michaela Schröder (GMVA Niederrhein) aus unterschiedlichen Perspektiven ihre Erfahrungen mit ÖPP-Projekten vorstellen.

Was? Podiumsdiskussion zum Thema „ÖPP als Lösungsansatz für strukturelle Herausforderungen der Kommunen“

Wann? Dienstag, 5. Mai 2026, 13 bis 14 Uhr

Wo? BDE Stage (Halle A6, Stand 241)

Ingo Brohl,
Landrat Kreis Wesel

Dr. Michael Paul,
Konzernbevollmächtigter, Prokurist und Leiter Stabsabteilung Strategie, Politik und Aufgaben im öffentlichen Interesse Stadtwerke Köln GmbH

Dr. Oliver Rottmann,
Geschäftsführender Vorstand des Kompetenzzentrums Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge e.V. (KOWID)

Michaela Schröder,
Geschäftsführerin GMVA Gemeinschafts-Müll-Verbrennungsanlage Niederrhein GmbH

Alles rund um die öffentlich-private Zusammenarbeit

Weitere Informationen zu Öffentlich-Privaten Partnerschaften finden sich unter: www.remondis-kommunen.de

Die Studie „Zusammenarbeit der öffentlichen Hand mit privaten Unternehmen durch ÖPP in der kommunalen Praxis“ ist hier abrufbar.

Bildnachweise: Bild 1: Adobe Stock: Johnstocker; Bild 2: Adobe Stock: bluedesign; Bild 3: Kreis Wesel; Bild 4: Stadtwerke Köln; Bild 5: KOWID; Bild 6: Dietrich Moeller

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