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BRAND STORY

26. Oktober 2026

Mit Weitblick und Wertschätzung

Im Porträt: Michaela Schröder, Geschäftsführerin der GMVA Niederrhein

Eine Führungskultur, die verbindet: Als Geschäftsführerin der Gemeinschafts-Müllverbrennungsanlage Niederrhein (GMVA) geht Michaela Schröder seit einem Jahrzehnt selbstbewusst und pragmatisch voran. Mit ihrer wertschätzenden und offenen Art motiviert sie die Belegschaft stets auf Augenhöhe zur aktiven Beteiligung und Weiterentwicklung des Unternehmens. Das wirkt sich aus. Viele der Beschäftigten bleiben dem Unternehmen jahrzehntelang treu. Im Porträt gehen wir einigen Fragen auf den Grund: Wie ist Michaela Schröder zur GMVA gekommen? Was haben die Niederlande mit ihrem Werdegang zu tun? Welche Bedeutung hat das Thema Nachwuchsförderung? Und was treibt sie abseits des Arbeitsalltags an?

Michaela Schröder ist ein pragmatischer Mensch mit einem Faible für Zahlen, Strukturen und Prozesse. Prägend für ihre berufliche Zukunft war ein Praktikum während ihres Studiums beim Entsorgungsunternehmen Trienekens in Viersen. Dort entwickelte die heutige Geschäftsführerin der GMVA Niederrhein schnell ein Gespür für die Bedeutung der Recyclingwirtschaft. Als sie später als studierte Betriebswirtin zurück in die Region kehrte und in die Geschäftsführung der größten Müllverbrennungsanlage einstieg, brachte sie viele Jahre Führungserfahrung im internationalen Umfeld mit.

Die Gemeinschafts-Müllverbrennungsanlage in Oberhausen zählt heute zu den wichtigsten Erzeugern von Strom und Fernwärme. 1972 durch den Umbau des Zechenkraftwerks der Concordia Bergbau AG entstanden, ist die GMVA ein echtes Traditionsunternehmen.

„Entsprechend verbunden sind wir den Menschen und der Region“, sagt Michaela Schröder. Heute firmiert die GMVA als Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP) zwischen den Städten Oberhausen, Duisburg und REMONDIS.

„Insgesamt sorgen in unserem Unternehmen 200 engagierte und zum Teil hochspezialisierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für einen reibungslosen und nachhaltigen Betrieb. Jährlich werden hier bis zu 700.000 Tonnen Abfälle thermisch behandelt. Modernste Rauchreinigungssysteme stellen sicher, dass über den Kamin überwiegend Wasserdampf an die Umwelt abgegeben wird. Dabei werden die gesetzlichen Grenzwerte deutlich unterschritten“, sagt Michaela Schröder zufrieden.

„Wir übernehmen Verantwortung für die Umwelt, die Menschen im Unternehmen und in der Nachbarschaft.“

Leitbild des Projekts Unternehmenskulturentwicklung bei der GMVA

Seit einem Jahrzehnt verantwortet sie als Geschäftsführerin die sichere Ver- und Entsorgung sowie die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens. Dass dies auch künftig kein Spaziergang sein wird, ist bekannt. „Die Branche steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Themen wie CO2-Abscheidung, Emissionshandel, die Optimierung der Energieerzeugung, die kommunale Wärmeplanung, Digitalisierung/Automatisierung sowie der Einsatz Künstlicher Intelligenz prägen die Entwicklung. In all diesen Feldern sind neben erheblichen Investitionen vor allem kontinuierliche Weiterbildung und Qualifizierung gefragt.“

Die Veränderungen geht die studierte Betriebswirtin selbstbewusst an. Sie ist bekannt für ihre Unerschrockenheit und ihren Pragmatismus. Ihre Stärke liegt darin, gleichzeitig vorausschauend zu planen.

Ein Beispiel: In den kommenden Jahren wird eine große Zahl langjähriger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Babyboomer-Generation altersbedingt aus dem Unternehmen ausscheiden. Auf diese Veränderungen ist das Unternehmen vorbereitet. Bereits vor vier Jahren hat sie mit einem Kulturwandelprozess im Unternehmen die Weichen für den Generationswechsel gestellt. Im Leitbild des Projekts Unternehmenskulturentwicklung heißt es: „Wir übernehmen Verantwortung für die Umwelt, die Menschen im Unternehmen und in der Nachbarschaft. Deshalb geben wir uns nicht mit dem Status quo zufrieden, sondern entwickeln uns immer weiter. In Führungsstil und Technik bleiben wir auf dem neuesten Stand. Bezüglich Umwelt wollen wir Motor und treibende Kraft in der Branche werden.“

Die beteiligten Führungskräfte waren aktiv in die Veränderungen eingebunden. Es wird nichts von oben diktiert. „In Entscheidungsprozesse eingebunden zu sein und mitgestalten können, motiviert ungemein“, so Michaela Schröder. Der Wegfall von Hierarchien hat dazu geführt, dass die Führungskräfte ohne Druck sogar strengere Maßstäbe an die eigenen Kompetenzen gelegt haben. Michaela Schröder ist zufrieden: „Wir sind auf einem guten Weg.“

Auf Augenhöhe zu arbeiten, das ist es, was Michaela Schröders Führungsstil und Überzeugung ausmacht. Sie ist geprägt durch viele Jahre in den Niederlanden. Dort hat sie Betriebswirtschaft studiert und in verschiedenen Unternehmen in den Niederlanden und auch in Belgien später Führungspositionen innegehabt. Michaela Schröder ist nicht nur sozusagen eine halbe Niederländerin, weil sie die Sprache fließend spricht, sie pflegt bis heute enge geschäftliche Kontakte und private Freundschaften mit dem Nachbarland. Und dabei hat sie viele Gepflogenheiten des Landes übernommen in ihrer Arbeit als Geschäftsführerin der GMVA.

„In den Niederlanden hat niemand Hemmungen, seine Meinung zu sagen. Die Menschen sind selbstbewusst, sitzen auf Augenhöhe am Tisch, bringen Ideen ein und sprechen offen an, was ihnen wichtig ist. Das finde ich gut“, sagt sie. Sie schätzt eine Führungskultur, die Wertschätzung und aktive Beteiligung fördert. Das ist sicher mit ein Grund für das gute Betriebsklima: Viele der Beschäftigten bleiben dem Unternehmen jahrzehntelang treu, etliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind schon in zweiter Generation bei der GMVA.

Apropos Mitarbeiterzufriedenheit: Die GMVA hat vor zwei Jahren unter Federführung von Michaela Schröder ein Nachwuchsförderprogramm gestartet. Die Idee ist, engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Chance zu bieten, sich im Unternehmen weiterzubilden, das ist sozusagen eine Möglichkeit zu einem Karrieresprung innerhalb der GMVA. Das Programm kommt nicht nur bei den Beteiligten gut an. Über dieses in der Branche einmalige Nachwuchsförderprogramm haben die Verantwortlichen schon bei einer Fachmesse in Berlin informiert, ebenso haben die Medien wiederholt darüber berichtet.

Drei Gesellschafter für einen sicheren und effizienten Betrieb

Ursprünglich komplett in öffentlicher Hand, wird die GMVA seit 2001 als Öffentlich-Private Partnerschaft betrieben. Beteiligt sind die Stadt Oberhausen über den Gesellschafter STOAG Stadtwerke Oberhausen GmbH und die Stadt Duisburg über die Wirtschaftsbetriebe Duisburg – AöR (WBD). Dritter im Bunde ist das private Kreislaufwirtschaftsunternehmen REMONDIS, das mit seiner Expertise in der Abfallwirtschaft zum Erfolg des Unternehmens beiträgt.

Segel- und Oldtimertouren

Was liebt Michaela Schröder in ihrer Freizeit? Die studierte Betriebswirtin muss nicht überlegen, fragt man sie nach ihren privaten Hobbys. Sie liebt es, auf dem Ijsselmeer zu segeln. Gerne zusammen mit ihrem Mann und Freunden. Kollegen waren es, die Michaela Schröder, kurz nachdem sie zur GMVA gekommen war, zum Segeln gebracht haben. Sie wurde gefragt, ob sie Lust habe, einmal mitzusegeln. Bei der ersten Segeltour war klar, dass das ihr Sport ist. „Wasser ist mein Element“, sagt sie. Neben dem Segeln schlägt das Herz von Michaela Schröder für Oldtimer.

Sie und ihr Mann sind stolze Besitzer eines 60 Jahre alten Mercedes W 110, auch Heckflosse genannt. Im Gegensatz zu ihren Ambitionen bei der GMVA, wo sie modernste Anlagen für wichtig hält, liebt sie bei ihrem Schätzchen auf vier Rädern die „alte, bewährte Technik“. Das Schrauben überlässt sie hier aber lieber ihrem Mann. Sie genießt es vielmehr, im Sommer mit ihm gemeinsam bei Oldtimertouren durch die Landschaft zu rollen. „Das ist herrlich und macht den Kopf frei“, sagt Michaela Schröder.

Von wegen Heiße Luft! Saubere Energie

Neben Strom produziert die GMVA zusätzlich Fernwärme. Diese wird ins Netz eingespeist und versorgt zahlreiche Privathaushalte und gewerbliche Betriebe. Jährlich können so je nach Anforderung zwischen 15 und 25 Millionen Liter Heizöl eingespart werden.

Interview mit Michaela Schröder, Geschäftsführerin GMVA Niederrhein

„Innovation ist wichtig, aber nicht um jeden Preis.“

Welche Strategie verfolgen Sie, um langfristig erfolgreich mit der GMVA zu sein?

Michaela Schröder: Gute Strategie bedeutet für mich, frühzeitig Orientierung zu geben und tragfähige Entscheidungen vorzubereiten. Sie verbindet technische Machbarkeit, wirtschaftliche Vernunft und regulatorische Anforderungen – und sie muss sich im Betrieb bewähren.

Strategie kann nur wirksam sein, wenn sie von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Entscheidungsgremien getragen und mitentwickelt wird. Wertschätzung, Einbindung von Führungskräften und Fachkräften sowie Transparenz in der Entscheidungsfindung sind fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur.

Gerade vor dem Hintergrund volatiler Märkte, zunehmender Unsicherheiten und tiefgreifender Veränderungen – nicht nur auf regulatorischer Ebene – braucht es eine vorausschauende Strategie und eine entsprechend gut aufgestellte Organisation. Dazu gehören versierte, gut ausgebildete Fachkräfte ebenso wie ausreichend Flexibilität, um sich an veränderte Rahmenbedingungen anpassen zu können.

Was macht für Sie eine Vorzeige-MVA aus?

Michaela Schröder: Eine Vorzeige-MVA zeichnet sich nicht durch spektakuläre Technik aus, sondern auch durch stabile Prozesse, hohe Anlagenverfügbarkeit, sichere Betriebsführung und dauerhaft niedrige Emissionen. Entscheidend ist, dass die Technik zuverlässig funktioniert und im Alltag beherrscht wird. Darüber hinaus gehört zu einer modernen Referenz-MVA, dass sie personell, technisch, organisatorisch, kulturell und wirtschaftlich zukunftsfähig aufgestellt ist – also nicht nur heute, sondern auch langfristig effizient, resilient und attraktiv für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Gesellschafter, die Region und Kommunen arbeitet.

Welche Rolle spielt Innovation in Ihrer Strategie?

Michaela Schröder: Innovation ist wichtig, aber nicht um jeden Preis. Wir setzen bewusst auf technisch ausgereifte Lösungen mit nachgewiesenem Mehrwert. Weiterentwicklung bedeutet für uns vor allem kontinuierliche Optimierung, Nutzung von Betriebserfahrung und gezielte Investitionen mit klarem Nutzen für Sicherheit, Umwelt und Wirtschaftlichkeit.

Gleichzeitig ist es uns wichtig, über alle Unternehmensbereiche hinweg fachlich auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Wir verfolgen erfolgversprechende technologische und organisatorische Entwicklungen sehr eng, stehen im regelmäßigen Austausch mit Partnern, Verbänden und Fachkreisen und sind gut vernetzt. So stellen wir sicher, dass wir relevante Entwicklungen frühzeitig erkennen und fundiert bewerten können.

Darüber hinaus prüfen wir unsere Arbeitsprozesse systematisch, um Effizienzpotenziale durch Automatisierung und Digitalisierung zu erschließen und die Verwendung Künstlicher Intelligenz zu prüfen und dort einzusetzen, wo sie sinnvoll und verantwortbar ist.

Wie gehen Sie mit neuen technologischen Entwicklungen um?

Michaela Schröder: Neue Technologien bewerten wir systematisch entlang von technischem Reifegrad, Betriebssicherheit, Wirtschaftlichkeit und regulatorischer Einbettung. Erst wenn diese Kriterien erfüllt sind, werden sie für eine Umsetzung relevant. Dieser Ansatz schafft Verlässlichkeit und reduziert Risiken.

Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell für die Branche?

Michaela Schröder: Die Branche steht vor der Aufgabe, sich im Spannungsfeld steigender regulatorischer Anforderungen, volatiler Märkte und wachsender gesellschaftlicher Erwartungen zukunftsgerichtet aufzustellen und konsequent weiterzuentwickeln. Gleichzeitig gilt es, Wirtschaftlichkeit, Umweltperformance und Versorgungssicherheit in Einklang zu halten. Dabei nimmt der Aufwand für regulatorische Anforderungen kontinuierlich zu, sodass wir einerseits Stabilität und Zuverlässigkeit gewährleisten, andererseits aber sinnvoll priorisieren und unsere Ressourcen gezielt einsetzen müssen.

Darüber hinaus besteht die Herausforderung darin, personell, organisatorisch, technologisch und wirtschaftlich zukunftsfähig aufgestellt zu sein, um langfristig resilient und leistungsfähig zu bleiben und den Erwartungen von Gesellschaftern, Kommunen und der Gesellschaft gerecht zu werden.

Welche Bedeutung haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Erfolg einer MVA?

Michaela Schröder: Der sichere und effiziente Betrieb einer MVA ist ohne hochqualifizierte und erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht möglich. Betriebserfahrung, Verantwortungsbewusstsein und klare Führung sind zentrale Erfolgsfaktoren; sie lassen sich nicht durch Technik ersetzen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind darüber hinaus entscheidend für die Weiterentwicklung der Organisation, die Innovationsfähigkeit, die gelebte Unternehmenskultur und die langfristige Zukunftsfähigkeit der MVA. Wir haben bereits frühzeitig damit begonnen, unsere Unternehmenskultur gezielt darauf auszurichten und unsere Führungskräfte entsprechend zu schulen – ein nachhaltiger Prozess, der stetig weitergeführt wird.

Was ist Ihnen persönlich in Ihrer Führungsrolle wichtig?

Michaela Schröder: Mir ist wichtig, Klarheit zu schaffen, Entscheidungen nachvollziehbar zu machen und Verantwortung dort zu verankern, wo die fachliche Kompetenz liegt. Gute Führung bedeutet für mich, den Rahmen zu setzen, innerhalb dessen professionelles Arbeiten möglich ist. Darüber hinaus ist mir wichtig, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entwickeln, über den Tellerrand schauen zu lassen und eine offene, vertrauensvolle Kultur zu fördern.

Die Vernetzung im Betrieb, eine gute Kollegialität, fachlicher Input von außen und die Möglichkeit, eigene Ideen zur Verbesserung einzubringen, sind für mich dabei ebenso entscheidend wie die kontinuierliche Weiterentwicklung der Organisation. Führung ist für mich ein nachhaltiger Prozess, der Orientierung bietet und zugleich Freiräume für eigenverantwortliches Handeln schafft.

„Die Branche steht vor der Aufgabe, sich im Spannungsfeld steigender regulatorischer Anforderungen, volatiler Märkte und wachsender gesellschaftlicher Erwartungen zukunftsgerichtet aufzustellen und konsequent weiterzuentwickeln.“

Michaela Schröder, Geschäftsführerin GMVA Niederrhein

Wie sehen Sie die langfristige Entwicklung Ihres Unternehmens?

Michaela Schröder: Unser Fokus liegt darauf, das Unternehmen langfristig sicher, wirtschaftlich und leistungsfähig aufzustellen. Dazu gehören eine robuste technische Basis, klare strategische Prioritäten und eine Organisation, die Veränderungen sachlich und strukturiert bewältigen kann.

Mir ist zudem wichtig, das Unternehmen stärker in der Region zu verankern und weitere Geschäftsfelder sinnvoll unter Nutzung unserer Infrastruktur, betrieblicher Gegebenheiten und Kompetenzen zu erschließen, um zukunftsorientiert und innovativ aufgestellt zu sein.

Bildnachweise: © GMVA

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