Die Arbeit als Lkw-Fahrer in der Recyclingwirtschaft ist durchaus herausfordernd, denn es gilt große Spezialfahrzeuge mit reichlich Beladung durch dichten Stadtverkehr und enge Straßen zu manövrieren. Für das Fahrpersonal erfordert das eine fundierte Ausbildung. Doch erst durch stetige Weiterbildung wird das Wissen nachhaltig gefestigt. Wer die eigenen Fähigkeiten also stets auffrischt und weiterentwickelt, hat auf lange Sicht ein abwechslungsreiches und spannendes Arbeitsumfeld gefunden. Doch die Liste potenzieller Schulungsthemen ist lang: Was ist bei der Abfahrkontrolle zu beachten? Wie pflege ich das Fahrzeug? Wie kann Schäden oder Unfällen vorgebeugt werden? Was entspricht einer wirtschaftlichen Fahrweise? Und welche modernen Technologien sind bei Nutzfahrzeugen künftig zu erwarten?
Damit die Fahrerinnen und Fahrer wissen, welche Themen gerade für die eigene Arbeit relevant sind, hat REMONDIS vor einiger Zeit schon sogenannte Master Driver ernannt. Das sind Kolleginnen und Kollegen, die einen regelmäßigen Austausch pflegen und das erlangte Wissen in ihre heimischen Betriebe weitertragen. Zum jüngsten Master Driver Treffen kamen Anfang Dezember mehr als 50 Personen in Sellinghausen im Sauerland zusammen, um sich an drei Tagen intensiv auszutauschen sowie in interessanten Vorträgen Neues zu lernen oder Altbekanntes aufzufrischen.
Master Driver aus ganz Deutschland
Initiiert wird die regelmäßige Zusammenkunft der Master Driver von der RECADEMY Drive, die vom Stammsitz in Herne aus die zentrale Aus- und Weiterbildung von Beruftskraftfahrern und KFZ-Mechatronikern in der Region West koordiniert. Doch was für die Region West relevant ist, ist selbstverständlich auch für die anderen REMONDIS-Regionen bedeutend.
Für Paul Fikus, Leiter RECADEMY Drive, mit seinem Team war das jüngste Treffen deshalb besonders aufregend, da zum ersten Mal Teilnehmer aus allen sechs Regionen von REMONDIS (Nord, Ost, Süd, West, Rheinland, Südwest) sowie aus vier Öffentlich-Privaten Partnerschaften teilnahmen. Was einerseits eine organisatorische Herausforderung darstellte, entpuppte sich andererseits als großer Gewinn: Denn je breiter das Fachwissen gestreut wird und je mehr Erfahrungen miteinander geteilt werden können, desto größer der Effekt. In einer Unternehmensgruppe, die bundes- und sogar weltweit agiert, ist ein solcher Austausch von Fachwissen besonders gewinnbringend.
Das RECADEMY-Team ermöglicht einen regen Austausch zwischen dem Fahrpersonal aller Regionen. Bei Fragen und Anregungen ist das Team unter recademy-west@remondis.de erreichbar
Abwechslungsreiches Vortragsprogramm
Den Anwesenden wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten. So stellten mehrere Nutzfahrzeughersteller aktuelle Neuerungen in der Fahrzeugtechnik vor. Auch der Einsatz von Telematiksystemen war Teil der Agenda, denn eine wirtschaftliche und effiziente Fahrweise gewinnt zunehmend an Bedeutung. Neben dem ganzen theoretischen Input sollte auch der praktische Einsatz nicht zu kurz kommen: Mehrere Nutzfahrzeuge konnten vor Ort genauer unter die Lupe genommen werden, denn die Technik ließ sich gleich viel besser direkt am Fahrzeug erklären.
Zudem gab es interessante Vorträge vom RECADEMY-Team zum Thema Learning Management System und der zentrale Einkauf gab Informationen zur Nutzfahrzeugbeschaffung. Ebenfalls brachte der Konzernbetriebsrat die Teilnehmer auf den neusten Stand der Dinge.
Theorie und Praxis: In Vorträgen erhielten die Teilnehmer Input zu den Neuerungen im Nutzfahrzeugbereich oder beim Einsatz von Telematiksystemen. Praktische Einblicke gab es dann an den Fahrzeugen
„Nicht nur eine Position, sondern eine Lebenseinstellung.“
Was nach dem dreitägigen Treffen, zahlreichen Gesprächen und geselligen Abendveranstaltungen vor allem in Erinnerung bleibt, ist das große Engagement. Alle Master Driver waren mit vollem Tatendrang dabei, gaben eigene Erfahrungen preis und saugten das Wissen auf, um es im Nachgang an die Kolleginnen und Kollegen in den heimischen Betrieben weiterzugeben. Dazu passend war auch das diesjährige Motto: „Nicht nur eine Position, sondern eine Lebenseinstellung.“ Die Begeisterung für große Fahrzeuge, der Anspruch an die eigene Weiterentwicklung und das Verständis für eine wirtschaftliche Fahrweise war förmlich spürbar.
Wer sich dafür entscheidet, Lkw-Fahrer in der Recyclingwirtschaft zu werden, fährt nicht einfach ein Fahrzeug von A nach B. Es ist ein Arbeitsumfeld, in dem die Weiterentwicklung an vorderster Stelle steht. Die Fahrzeuge entwickeln sich weiter, herausforderndes Material wird transportiert, der Straßenverkehr ist nicht zu unterschätzen. Hier braucht es kompetentes Personal, das sich an die stetigen Veränderungen anpasst und nie auf der Stelle tritt. Die Master Driver bilden das Bindeglied und sorgen mit ihrer Arbeit dafür, dass kein Wissen in der Unternehmensgruppe verloren geht.
„Es ist nicht nur ein Fahrzeug, das wir steuern. Es ist die Welt, die wir formen. Jeder Kilometer, jede Entscheidung zählt. Genau deshalb macht die Arbeit mit den Master Drivern so viel Spaß: Hier kommen Menschen zusammen, die das Interesse für große Fahrzeuge teilen. Und die gleichzeitig die Technik dahinter verstehen wollen, um effizienter und wirtschaftlicher zu fahren und den Arbeitsalltag zu verbessern. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit dieser motivierten Truppe!“
Paul Fikus, Abteilungsleiter RECADEMY Drive
Bildnachweise: © REMONDIS





