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20. Oktober 2015

REMONDIS mit drei weiteren Kompetenzbereichen auf der KlimaExpo.NRW

GRÜNEN-Faktionsvorsitzender Dr. Anton Hofreiter besucht Lippewerk als Musterstandort für Kimaschutz durch Recycling

Dreifacher Beitrag zum Klimaschutz

Im Rahmen des Werksbesuchs von Dr. Anton Hofreiter, dem Vorsitzenden der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Deutschen Bundestag, nahm die KlimaExpo.NRW drei Kompetenzbereiche der Kreislaufwirtschaft am Standort Lünen als gemeinsames qualifiziertes Projekt in ihre Leistungsschau auf. Bis 2022 präsentiert die KlimaExpo.NRW 1.000 Projekte, die den Fortschrittsmotor Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen besonders gut veranschaulichen. Als 120. Schritt der Landesinitiative sind die Bereiche „Vorprodukte für die Industrie“, „Stoffliche und energetische Nutzung von Biomasse“ sowie „Aus Abfällen werden Kraftstoffe“ des Lippewerks nun offiziell Vorreiter für den Klimaschutz in NRW.

Ressourcenschonung und CO2-Vermeidung

Die drei Schlüsselkompetenzbereiche von REMONDIS am Standort Lünen sorgen dafür, dass Ressourcen geschont und CO2-Emissionen vermieden werden können. Aus industriellen Abfällen und Haushaltsabfällen entstehen im Lippewerk Vorprodukte für die Industrie, werden Abfälle und Reststoffe in Kraftstoffe umgewandelt und nicht zuletzt wird Biomasse aufbereitet und als Energieträger für Biomassekraftwerke genutzt. Alleine in diesen drei Kompetenzbereichen werden so jährlich rund 416.000 Tonnen Treibhausgase eingespart.

Die eingesparte Menge an Treibhausgasen im Lippewerk entspricht dem jährlichen
CO2-Ausstoß von ca. 50.000 Bundesbürgern

Aufbereitung unterschiedlicher Abfälle

„Die intelligente und effiziente Weiternutzung und Wiederverwertung von Abfall ist ein wichtiger Fortschrittsmotor für unser Land. Damit leistet REMONDIS am Standort in Lünen einen erheblichen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz“, begründet Dr. Heinrich Dornbusch, Vorsitzender Geschäfts­führer der KlimaExpo.NRW, die Aufnahme des Projektes in die Leistungsschau des Landes NRW.

In zahlreichen Anlagen auf dem Werksgelände von REMONDIS in Lünen werden unterschiedliche Abfälle aufbereitet und für eine weitere Nutzung vorbereitet: Kunststoffe werden zu Granulaten und Schlacken zu Metall. So wird beispielsweise Natriumaluminat zur Abwasserreinigung und als Binde- sowie Weißmittel gewonnen.

Ein Teil des in der Alumin-Anlage erzeugten Natriumaluminats wird zur Herstellung von Weißpigmenten für die Putz- und Papierindustrie eingesetzt. Auch REA-Gips, der bei der Entschwefelung der Rauchgase von fossilbefeuerten Kraftwerken entsteht, wird aufbereitet und zu Bindemitteln verfeinert.

„Ohne die Investitionen und Innovationskraft gerade auch der Privatwirtschaft wäre ein Erreichen der deutschen Klimaziele nicht denkbar gewesen.“

Herwart Wilms, REMONDIS-Geschäftsführung

Vom Abfall zum Treibstoff

Eine weitere Anlage vor Ort sorgt dafür, dass Abfälle aus der Fleischherstellung, insbesondere aus Tierfetten, zu Biodiesel umgewandelt werden. Diese Anlage hat die größte einzelne Klimawirkung vor Ort und führt zu einer Einsparung von 160.000 Tonnen Treibhausgasen pro Jahr.

Nicht nur für die Industrie wird recycelt, sondern auch für die Landwirtschaft und private Haushalte. Das Kompost-/Erdenwerk bearbeitet über 70.000 Tonnen Bio- und Grüngut sowie Altholz und spart damit 7.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Allerdings kann nicht das gesamte angelieferte Grüngut recycelt werden. Doch auch das restliche Material wird als regenerativer Energieträger für Biomassekraftwerke genutzt, der eine große Menge mit fossilen Rohstoffen erzeugten Stroms ersetzen kann – etwa 160.000 MWh pro Jahr.

Treibhauseinsparungen auf dem Niveau von 80 Windrädern

Insgesamt werden im Lippewerk Treibhausgase in Höhe von fast 470.000 Mg CO2-Äquivalenten jährlich eingespart. Diese Menge an Treibhausgasen entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von ca. 50.000 Bundesbürgern, den sie durch ihre gesamte Lebensführung produzieren. Dieses entspricht zudem in etwa der Größe einer Stadt wie Ibbenbüren oder Erftstadt. Verglichen mit der CO2-Einsparung eines Windparks wie zum Beispiel in Düren, entspricht die Treibhausgaseinsparung des Lippewerks in etwa der eines Windparks von 80 Windrädern.

Herwart Wilms, Geschäftsführer REMONDIS, nahm im Beisein von Dr. Anton Hofreiter die Ernennungsurkunde der KlimaExpo.NRW entgegen und betonte die Bedeutung des stofflichen Recyclings für den Klimaschutz: „Wir freuen uns sehr, dass wir nach der Biogasanlage in Coesfeld mit drei weiteren wegweisenden Kompetenzzentren hier im Lippewerk als qualifiziertes Projekt der KlimaExpo.NRW anerkannt wurden. Der Besuch von Dr. Anton Hofreiter aus diesem Anlass betont einmal mehr, wie untrennbar die Ressourcenschonung und der Klimaschutz mit der Leistungsfähigkeit der Recyclingbranche verbunden sind. Ohne die Investitionen und die Innovationskraft gerade auch der Privatwirtschaft wäre ein Erreichen der deutschen Klimaziele nicht denkbar gewesen. Umso mehr freuen wir uns über diese Anerkennung und sehen in ihr einen Ansporn für weitere Anstrengungen für mehr Recycling und Klimaschutz in der Zukunft.“

Die Klimabilanz des REMONDIS Lippewerks beweist, dass Ökologie und Ökonomie sehr gut harmonieren können.

Herwart Wilms (ganz rechts), Geschäftsführung REMONDIS, hält das Plakat der KlimaExpo.NRW hoch, mit der Teile des Lippewerks zum 120. Referenzprojekt ernannt werden. In der Mitte Dr. Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender Bündnis90/Die Grünen, ganz links Dr. Heinrich Dornbusch, Vorsitzender Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW

Bildnachweise: @Remondis

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