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15. Januar 2026

AQUA-TOOL: Neue Spartengesellschaft bei REMONDIS

Aktivitäten für technische Rohr- und Kanaldienstleistungen rücken zusammen

REMONDIS fasst die Aktivitäten für technische Rohr- und Kanaldienstleistungen unter einem Dach zusammen. Mit der AQUA-TOOL GmbH entsteht eine neue Spartengesellschaft, die aktuell an acht Standorten deutschlandweit mit rund 275 Mitarbeitenden und beinahe ebenso vielen Fahrzeugen Dienstleistungen von Rohr- und Kanalreinigung über Sanierung, bis Entschlammung erbringt. Das Angebot richtet sich an Kommunen, gewerbliche Kunden und private Haushalte. REMONDIS bündelt damit Aktivitäten aus verschiedenen Regionalgesellschaften und Sparten. Hauptsitz wird Lünen sein. Das Ziel ist sehr REMONDIS: Das Know-how im Unternehmen besser zu nutzen, das interne Netzwerk zu stärken und damit das Leistungsspektrum gerade für die kommunalen Partner organisch zu erweitern.

Einer der Haupttreiber für den Schritt ist die technische Ausrüstung, wie Björn König hervorhebt, einer der beiden Geschäftsführer der neuen Gesellschaft: „Die Technik, mit der wir uns beschäftigen, sowohl in der Kanalreinigung als auch in der Inspektion, ist ungeheuer komplex. Deshalb kosten zum Beispiel unsere Spezialfahrzeuge ein Vielfaches eines Sammelfahrzeugs in der Entsorgung.“ Nachdem in der letzten Zeit mehrere Hersteller solcher Spezialfahrzeuge vom Markt verschwunden sind und gleichzeitig der technische Fortschritt erhebliche Investitionen nötig macht, um im Wettbewerb auf Ballhöhe zu bleiben, soll AQUA-TOOL Mehrwert schaffen. Konkret geht es um internen Wissenstransfer, Auslastung des Fahrzeug- und Geräteparks sowie Standardisierung und Einkaufsvorteile beim technischen Einkauf.

Das wird umso wichtiger werden, weil die Branche bei der Dekarbonisierung, Stichwort Elektrifizierung des Fahrzeugparks, und der Digitalisierung der eigenen Prozesse perspektivisch vor weiteren Herausforderungen steht. Elektrofahrzeuge sind aktuell zwar noch kein Thema. Die notwendige Leistung, um die in den Fahrzeugen eingebauten Maschinen wie etwa Saugpumpen zu versorgen, kann aktuell nicht sinnvoll aus Batterien bereitgestellt werden. Das zeigen die ersten Versuchsfahrzeuge, die verschiedene Hersteller vorgestellt haben. Drei oder mehr Ladevorgänge am Tag sorgen für Stillstand und bringen Arbeitsabläufe durcheinander, wie Björn König berichtet. Aber mit Blick auf die Dynamik bei der Batterieentwicklung ist absehbar, dass bald brauchbare Lösungen auf den Markt kommen werden.

„In einer eigenen Spartengesellschaft sehen wir eine gute Basis, auch in Zukunft zu bestehen.“

Martin Slotosz, Geschäftsführer AQUA-TOOL

REMONDIS reagiert mit der Gründung von AQUA-TOOL zugleich auf Veränderungen im Marktumfeld. Bisher war das überwiegend regional geprägt, kleine und kleinste Unternehmen bestimmten das Bild. Das ändert sich gerade, weil viele Inhaber Richtung Rente keine Nachfolgelösung finden. Zugleich können sie den wachsenden Investitionsbedarf nicht mehr stemmen oder wollen das angesichts fehlender Perspektiven nicht mehr. Deshalb drängen zunehmend private Finanzinvestoren in den Markt. Sie setzen auf Konsolidierungsstrategien. Das dürfte den Wettbewerb in den nächsten Jahren erheblich befeuern. Davon ist Martin Slotosz, ebenfalls Geschäftsführer von AQUA-TOOL, überzeugt: „In einer eigenen Spartengesellschaft sehen wir eine gute Basis, auch in Zukunft zu bestehen.“

Hinzukommt, dass die Nachfrage nach den Dienstleistungen der AQUA-TOOL und der Wettbewerber angesichts enormer Investitionen der öffentlichen Hand in Infrastruktur zunehmen dürfte. Anbieter wie AQUA-TOOL reparieren nicht nur, warten und halten Instand, sondern nehmen auch gesetzlich – teils periodisch – vorgeschriebene Prüfungen technischer Anlagen vor. Von AQUA-TOOL erstellte Prüfprotokolle gehören bei vielen Bauprojekten zur Voraussetzung der finalen Bauabnahme. Auch das Thema Starkregenmanagement gehört in die Kategorie „wachsende Nachfrage“. Denn nur freie Regenwasserkanäle und -rohre können die Mengen aufnehmen, für die sie konzipiert wurden. Auch wenn es hier nach Einschätzung von Martin Slotosz teils noch am Bewusstsein fehlt, dürfte sich das nach seiner Einschätzung mittelfristig ändern.

Schließlich soll AQUA-TOOL die Gewinnung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befeuern und die Attraktivität als Arbeitgeber weiter steigern. Eine gemeinsame Personalentwicklung soll für mehr Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten sorgen. Denn Fachkräfte sind schwer zu bekommen und die Anforderungen gerade an die Fahrer sind eher höher als in anderen Branchen. Wer Prüfzertifikate ausstellt, muss dafür geschult sein und auch entsprechende Nachweise seiner Befähigung erbringen. Sechs bis zwölf Monate dauert es, bis ein Fahrer sich das Know-how angeeignet hat, um allein zum Kunden zu fahren. AQUA-TOOL bildet daneben sowohl im gewerblichen wie im kaufmännischen Bereich aus. Auch den Lkw-Führerschein finanziert das Unternehmen Neueinsteigern bei Bedarf.

AQUA-TOOL deckt sieben zentrale Dienstleistungsbereiche ab: Rohr- und Kanalreinigung, Service/Notdienst, Schacht- und Kanalinspektion, Sanierung/Robotertechnik, Pumpenservice, Fettabscheider, Grubenleerung und Entschlammung. Das breite Leistungsspektrum, qualifizierte Mitarbeitende und der Fokus auf Rechtsicherheit sind die entscheidenden Differenzierungsmerkmale von AQUA-TOOL im Wettbewerb. Dazu gehört die Einhaltung von Regeln und Standards in allen Aspekten der Arbeit des Unternehmens. Das war lange keine Selbstverständlichkeit in der bisher fragmentierten Branche und führte auch zu Verzerrungen im Wettbewerb mit Unternehmen, die auch mal fünf gerade sein ließen. Doch das ändert sich aktuell. Angesichts eines dynamischen Marktumfelds und schneller Veränderungen ist Professionalität in allen Dimensionen ein klarer Wettbewerbsvorteil.

Bildnachweise: © Sprungbrett Medien

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