Skip to main content
search

Meldungen

4. Mai 2026

Geschlossener Materialkreislauf für PP-Lebensmittelverpackungen

Jokey und REMONDIS reichen Antrag für „Novel Technology“ bei EU-Kommission ein: Start einer gezielten Sammlung als Pilotprojekt im Ruhrgebiet. Ziel ist die Produktion lebensmitteltauglichen Rezyklats.

Die Jokey Group und die REMONDIS-Gruppe treiben ihre gemeinsame Initiative zum Aufbau eines geschlossenen Materialkreislaufs für Polypropylen-Eimer (PP) aus der Lebensmittelindustrie konsequent voran. Ziel des Projekts ist es, gebrauchte Kunststoffverpackungen aus dem gewerblichen Lebensmittelbereich gezielt zu sammeln, hochwertig zu recyceln und das daraus gewonnene Rezyklat erneut für neue Verpackungen mit Lebensmittelkontakt einzusetzen. Damit adressiert das Projekt eine der zentralen Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft: die sichere und regulatorisch konforme Wiederverwertung von Kunststoffen für kontaktsensitive Anwendungen.

Gezielte Sammlung schafft definierte Stoffströme

Einen wichtigen Meilenstein stellt der Start der Pilot-Sammlung im Ruhrgebiet dar. In mehreren Großküchen sowie bei Lebensmittelherstellern werden aktuell gebrauchte PP-Eimer erfasst, wie sie typischerweise für Molkereiprodukte oder Saucen eingesetzt werden. Die gezielte Rückführung dieser Verpackungen ermöglicht den Aufbau definierter und kontrollierter Inputströme. Das ist eine grundlegende Voraussetzung für ein qualitativ hochwertiges Recycling mit Perspektive auf den erneuten Einsatz im Lebensmittelkontakt.

Kunststoffverpackungseimer eignen sich hierfür in besonderem Maße: Sie bestehen in der Regel aus einem Monomaterial Polypropylen, sind robust, gut sortierfähig, vollständig restentleerbar und werden in homogenen Anwendungen genutzt. Diese Eigenschaften bilden die Basis für einen tragfähigen Closed Loop.

Klare Rollenverteilung entlang der Wertschöpfungskette

Die REMONDIS-Gruppe bringt ihre umfassende Expertise in Sammlung, Sortierung und Aufbereitung von Kunststoffabfällen ein und entwickelt daraus hochwertige Recyclingrohstoffe. Die Jokey Group verfügt über mehr als 35 Jahre Erfahrung im Einsatz von Rezyklaten in der Verpackungsherstellung und setzt das gewonnene Material anschließend wieder in neuen Kunststoffverpackungen ein.

Im Mittelpunkt des Projekts steht dabei die Sicherheit. Der gesamte Recyclingprozess wird durch eine externe wissenschaftliche Einrichtung begleitet. Der erzeugte Recyclingrohstoff wird in unabhängigen Laboren umfassend geprüft. Parallel dazu stehen die Projektpartner sowohl untereinander als auch mit beteiligten Lebensmittelherstellern in einem engen technischen Austausch, um alle Prozessschritte kontinuierlich weiterzuentwickeln, zu validieren und auf industrielle Maßstäbe hin auszulegen.

Perspektivisch planen Jokey und REMONDIS den Aufbau einer Branchenlösung für die Rücknahme und hochwertige Verwertung von PP-Lebensmitteleimern. Weitere Unternehmen aus der Lebensmittel-, Verpackungs- und Recyclingindustrie sind eingeladen, den weiteren Ausbau des Kreislaufs aktiv mitzugestalten.

Regulatorische Anerkennung als Basis zum Markthochlauf

Parallel zu den technischen Arbeiten wurden die regulatorischen Voraussetzungen adressiert. Der eingesetzte Recyclingprozess wurde als „Novel Technology“ bei der Europäischen Kommission sowie den zuständigen nationalen Behörden eingereicht. Ziel ist die Anerkennung des Verfahrens für den Einsatz in Materialien mit Lebensmittelkontakt innerhalb der EU. Auch für Märkte außerhalb der EU soll perspektivisch lebensmitteltaugliches Rezyklat produziert werden.

Relevanz im Kontext der europäischen Verpackungsverordnung (PPWR)

Das Vorhaben ist auch vor dem Hintergrund der europäischen Verpackungsverordnung (PPWR) von besonderer Bedeutung. Für kontaktsensitive Kunststoffverpackungen sieht die PPWR ab 2030 einen Mindestanteil von zehn Prozent Rezyklat vor, der in den Folgejahren weiter ansteigen soll. Das Projekt von Jokey und REMONDIS zeigt, dass diese Anforderungen praktisch umsetzbar sind – vorausgesetzt, Sammlung, Recycling, Qualitätssicherung und Regulierung werden von Beginn an gemeinsam gedacht.

Stimmen aus dem Projekt

Michael Schmitz, Sustainability Officer, Jokey Group:

„Wir sind sehr froh, dieses Projekt gemeinsam mit REMONDIS konsequent weiterzuverfolgen. Für Jokey ist die Kreislaufwirtschaft kein Zukunftsversprechen, sondern ein klarer Gestaltungsauftrag. Mit dem Aufbau eines belastbaren Closed Loops für PP-Lebensmittelverpackungen übernehmen wir Verantwortung für unsere Produkte über ihre gesamte Lebensdauer hinweg. Der Start der gezielten Sammlung ist dabei ein zentraler Schritt, um zirkuläre Verpackungslösungen mit hoher Qualität, Sicherheit und regulatorischer Verlässlichkeit dauerhaft in den Markt zu bringen.“

Dr. Jacob Wehrle, Projektmanager, REMONDIS-Gruppe:

„Der Aufbau geschlossener Stoffkreisläufe für Lebensmittelverpackungen steht und fällt mit der Qualität der Inputströme. Definierte Sammelstrukturen sind hier keine Begleitmaßnahme, sondern Voraussetzung für ein Recycling auf Lebensmittelkontakt-Niveau. Im gemeinsamen Projekt mit Jokey zeigen wir, dass hochwertige PP-Rezyklate für kontaktsensitive Anwendungen möglich sind, wenn alle Stufen der Wertschöpfungskette von Beginn an integriert gedacht werden.“

Melden Sie sich ganz unkompliziert zu unserem Newsletter REMONDIS AKTUELL mit Informationen zu Leistungen, Produkten und vielen weiteren Infos an.