Weltwasserbericht der UN veröffentlicht
Pünktlich zum Weltwassertag am 22. März wurde auch in diesem Jahr wieder der Weltwasserbericht von der UN Water veröffentlicht. Dieser steht in diesem Jahr unter dem besonderen Motto „Wastewater – die ungenutzte Ressource“. Eine globale Botschaft, die bei REMONDIS Aqua sowohl Zustimmung als auch Lösungen findet.
Abwasser als Ressource
Die Auswahl des diesjährigen Themas stand eng in Zusammenhang mit der Agenda 2020 für Nachhaltige Entwicklung, die im Herbst 2015 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde. In Ziel 6 dieser Agenda wird gefordert, die „Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle zu gewährleisten“. So soll beispielsweise der weltweite Anteil an unbehandeltem Wasser halbiert werden, die Wiederaufbereitung und gefahrlose Wiederverwendung hingegen sollen beträchtlich gesteigert werden, heißt es. Die Generalversammlung macht also sehr deutlich, dass Abwasser nicht mehr einfach entsorgt werden darf, sondern zunehmend als Ressource wahrgenommen und genutzt werden muss. Aufbereitetes Abwasser kann so beispielsweise als Ersatz für Frischwasser in der landwirtschaftlichen Bewässerung oder bei industriellen Prozessen eingesetzt werden. Außerdem können durch die Abwasserbehandlung essentielle Inhaltsstoffe zurückgewonnen werden, und es kann Energie erzeugt werden.
60.000 t Phosphor sind in den rund zwei Millionen Tonnen entwässerter Klärschlamm enthalten, die jährlich in Deutschland anfallen.
Innovative Technologien
So werden beispielsweise kommunale Kläranlagen im REMONDIS-Verband mit Hilfe der Schlammfaulung und Co-Vergärung stetig energetisch optimiert, sodass ein Großteil des Energieverbrauchs selber gedeckt werden kann. Viel weiter gehen sogar die Anlagen im Bereich Industrie, bei denen z. B. mit Hilfe des Re2Energy-Verfahrens bis zu 50 Prozent mehr Energie als benötigt produziert wird. Die Abwasserbehandlung wird mithin Energielieferant.
Außer um die Energie kümmert sich REMONDIS auch um die Rückgewinnung essentieller Wertstoffe aus dem Abwasser. In Deutschland fallen pro Jahr rund zwei Millionen Tonnen entwässerter Klärschlamm an, die etwa 60.000 Tonnen Phosphor enthalten. Ein beachtlicher Anteil, den es zu recyceln gilt, zumal die natürlichen Phosphorressourcen weltweit abnehmen und die Qualität der Rohstoffmengen massiv nachlässt. REMONDIS befasst sich bereits seit Jahren mit diesem Thema und hat Verfahren entwickelt, die Standards und Grundlagen für die Phosphorrückgewinnung schaffen.
Das Themenfeld „Forschung und Entwicklung“ hat einen hohen Stellenwert im Familienunternehmen.
Dem Phosphor auf der Spur
Dabei geht es gleichermaßen um eine Nutzung des Phosphors als Düngemittel und die Bereitstellung von wertvollen Phosphaten für die Industrie. Das Themenfeld „Forschung und Entwicklung“ hat einen hohen Stellenwert im Familienunternehmen. Vor allem vor dem Hintergrund der Rohstoffknappheit widmen sich Experten dem Thema Phosphorrecycling, denn Phosphor ist einer der wesentlichen Grundbausteine pflanzlichen und tierischen Lebens – und damit auch des Menschen. Da das natürliche Vorkommen der Ressource Phosphor immer weniger wird, hat REMONDIS in den vergangenen Jahren seine Aktivitäten im Bereich Phosphorrückgewinnung intensiv gefördert und betreibt mittlerweile zusammen mit HAMBURG WASSER eine erste Pilotanlage zur Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlammasche.
Dank des preisgekrönten TetraPhos®-Verfahrens kann REMONDIS Aqua noch mehr wichtige Rohstoffe zurückgewinnen, z. B. Phosphorsäure, Gips, Eisensalze und Aluminiumsalze.
Aus Klärschlammasche das Beste herausholen
Die herausragende Innovation des neuen TetraPhos®-Verfahrens ist, dass phosphorreiche Klärschlammasche in verdünnter Phosphorsäure gelöst wird. In diesem Prozess reichert sich die Phosphorsäure mit dem Phosphatanteil der Asche an und wird anschließend in vier Selektionsstufen aufbereitet. So lassen sich RePacid®-Phosphorsäure für die Herstellung von Phosphaten (u. a. Düngemitteln), Gips für die Baustoffindustrie, aber auch Eisen- und Aluminiumsalze gewinnen, die als Fällungsmittel zur Abwasserreinigung und Phosphorelimination in die Kläranlage zurückgeführt werden können. Dadurch können erhebliche natürliche Ressourcen geschont werden: Aus 1.000 Kilogramm Asche werden nicht nur bis zu 500 Kilogramm Phosphorsäure gewonnen, sondern auch über 500 Kilogramm Gips für die Baustoffindustrie sowie Eisen- und Aluminiumsalze, die zur Abwasserreinigung in Kläranlagen verwendet werden.
Ein weiteres Beispiel ist die direkte Rückgewinnung eines hochwertigen Düngers aus Industrieabwasser. Mit Hilfe des RePhos®-Verfahrens gelingt es, Phosphor und Stickstoff direkt und ohne Umwege dem Abwasser zu entziehen und diese Stoffe nutzbar zu machen.
Bildnachweise: Bild 1: Fotolia: Alex





