Persönlicher Einsatz auf höchstem Niveau
Bei der Renovierung von Deutschlands höchstgelegener Kirche zählten Schnelligkeit und eine perfekte Materiallogistik. Zusätzlich mussten die Gerüstbauer von XERVON gut zu Fuß sein: Ohne automatisierte Hilfsmittel und mit viel Manpower transportierten sie sieben Tonnen Material über die letzten Höhenmeter in die Gipfelregion.
Logistik bis knapp unter den Gipfel
Ganz weit oben in den Bayerischen Alpen, auf einem Felsrücken knapp unter dem Gipfel des 1.838 Meter hohen Wendelsteins, steht Deutschlands höchstgelegene Kirche. In exponierter Lage widersetzt sich das Wendelsteinkircherl, das für sonntägliche Gottesdienste und gern auch für Hochzeiten genutzt wird, seit 125 Jahren den Wetterunbilden des Hochgebirges. Doch Regen, Schnee, Frost und Wind hinterlassen ihre Spuren. Gravierende Feuchtigkeitsschäden machten eine grundlegende Sanierung unumgänglich.
über N. N.: Das Wendelsteinkircherl ist Deutschlands höchstgelegene Kirche. Nur einige Kapellen liegen noch höher am Berg
Ungewöhnlicher Transportweg
Im vergangenen Jahr starteten die Bauarbeiten, bei denen XERVON eine wesentliche Rolle übernahm: Die REMONDIS-Tochter verantwortete die anspruchsvolle Außeneinrüstung der Wendelsteinkirche. Ausschlaggebend für die Auftragserteilung war vor allem das vorgelegte Transport- und Montagekonzept. Die ebenso detaillierte wie schlüssige Vorabplanung setzte gezielt an den besonderen Herausforderungen des außergewöhnlichen Einrüstungsprojekts an.
Sieben Tonnen Material per Zahnradbahn
Die Logistik war bei diesem Vorhaben ein entscheidender Erfolgsfaktor. Alles in allem mussten die Einrüstungsspezialisten sieben Tonnen Material auf den Berg schaffen, ein ungewöhnliches und aufwändiges Unterfangen. Mit speziellen Transportwagen der normalerweise von Touristen, Wanderern und Kirchenbesuchern genutzten Wendelstein-Zahnradbahn wurde das Equipment zunächst zum Bergbahnhof gebracht.
Hier, auf 1.723 Metern Höhe, konnte nur von Hand entladen werden. Auch für die anschließenden Höhenmeter in die Gipfelregion gab es keine automatisierten Hilfsmittel – die Gerüstbauer brachten ihr Material zu Fuß den Berg hinauf zur Kirche.
Auf den letzten Höhenmetern musste der komplette Materialtransport zu Fuß erfolgen
Vom Standgerüst zur Hängekonstruktion
Für den Transport und die Montage des Gerüstmaterials stand im Frühjahr nur ein sehr knapp bemessenes Zeitfenster von fünf Tagen zur Verfügung. Auf der Baustelle musste dann witterungsbedingt alles sehr schnell gehen. Im ersten Bauabschnitt wurde ein Standgerüst errichtet, das drei Seiten der Wendelsteinkirche umgab. Die vierte, nach Süden gerichtete Seite des Gotteshauses ist schwer zugänglich und wird deshalb später mit einer Hängegerüstkonstruktion ausgestattet. Für diesen zweiten Bauabschnitt werden die XERVON-Gerüstbauer das montierte Standgerüst entsprechend umbauen und dazu das bereits vor Ort vorhandene Material nutzen.
Schwieriger Transport und wenig Lagermöglichkeiten: Die spektakuläre Lage des Wendelsteinkircherl verlangte ungewöhnliche und recht spezielle Lösungen.
Das von XERVON vorab entwickelte Transport- und Montagekonzept ging voll auf. Der bisherige Zeitplan konnte 1:1 umgesetzt werden, und trotz widriger Witterungsbedingungen stand das Gerüst termingerecht zur Verfügung. Damit wurde ein weiteres Mal bestätigt, dass die detaillierten Vorplanungen der XERVON-Gerüstexperten auch bei ungewöhnlichen Projekten greifen und das professionelle Vorgehen selbst bei extremen Gerüstbauaufgaben sichergestellt ist.
Wiedereröffnung wetterbedingt verschoben
Während der gesamten Bauzeit wird das Vorankommen der Maßnahmen stark durch die Witterungsbedingungen beeinflusst. Jeder Tag mit passendem Wetter muss von den Handwerkern genutzt werden, um den Dachstuhl und das Mauerwerk der Kirche zügig zu sanieren. Wegen des lauen Sommers befindet sich die Bauphase deshalb auch in Verzug. Die Gottesdienste werden statt im September voraussichtlich erst wieder zum Ende des Jahres in der Kirche stattfinden können.
Bildnachweise: @Remondis





