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27. April 2026

Interview mit Stefan Rummel

Über die Zukunft des Messegeschäfts, den Standort München und die IFAT 2026

München zählt zu den international bedeutendsten Messestandorten und ist Heimat globaler Leitmessen wie der IFAT – des Branchentreffpunkts für Umwelttechnologien. Die Messe München steht damit im Zentrum aktueller ökologischer, wirtschaftlicher und technologischer Entwicklungen. Im Vorfeld der IFAT 2026 haben wir mit Stefan Rummel, CEO der Messe München, gesprochen. Dabei ging es um die Zukunft des Messegeschäfts, die Rolle Münchens im internationalen Wettbewerb und die Bedeutung der IFAT 2026 als Impulsgeber für Innovationen und nachhaltige Transformation.

Herr Rummel, München gehört zu den international führenden Messestandorten. Was macht die Stadt und Region aus Ihrer Sicht besonders attraktiv für Aussteller und Besucher? Welche Rolle spielen Faktoren wie Infrastruktur, Internationalität und Branchenvielfalt für den Erfolg des Standorts?

Stefan Rummel: München überzeugt durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren: eine exzellente internationale Anbindung, eine leistungsfähige Infrastruktur und eine hohe Lebensqualität. Viele Besucher verbinden den Messebesuch bewusst mit einem Aufenthalt in der Stadt und der Region. Hinzu kommt die starke Wirtschaftsstruktur mit zahlreichen international führenden Unternehmen und ausgeprägten Branchenclustern, etwa im Technologie- und Industriebereich. Unser Messegelände zählt zu den modernsten und nachhaltigsten der Welt und verfügt zudem über die weltweit größte Freifläche.

„Messen sind ein People’s Business.“

Stefan Rummel, CEO Messe München

Live-Events und Messen erleben seit der Pandemie ein starkes Comeback. Welchen Stellenwert haben persönliche Begegnungen im Businessumfeld?

Stefan Rummel: Persönliche Begegnungen sind durch nichts zu ersetzen. Vertrauen, das für langfristige Geschäftsbeziehungen entscheidend ist, entsteht in der Regel nur im direkten Austausch. Gerade komplexe Produkte und Lösungen lassen sich nicht per Videocall vermitteln. Ich beobachte immer wieder, wie auf Messen ein Gemeinschaftsgefühl und eine Aufbruchsstimmung entstehen, die gerade in einem herausfordernden Marktumfeld unerlässlich sind.

Wie verändert sich die Rolle von Messen heute, insbesondere mit Blick auf Digitalisierung, hybride Formate und neue Erwartungen der Besucherinnen und Besucher?

Stefan Rummel: Der Anspruch an Messen ist heute klar: Sie müssen die führende Plattform ihrer Branche sein – international und mit konkreten Antworten auf die drängendsten Zukunftsfragen. Die Erwartungen von Ausstellern und Besuchern steigen. Ein Messebesuch muss sich auszahlen und einen klaren Businessnutzen bieten. In Zukunft werden Daten und KI diesen stärken. Auch der Erlebnisfaktor wird eine entscheidende Rolle spielen. Digitale und hybride Elemente können das Messeerlebnis hier und da sinnvoll ergänzen, doch der Kern bleibt das persönliche Treffen. Messen sind ein People’s Business.

Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt eine bedeutende Rolle. Auf einer Messe für Umwelttechnologien ist dies nochmal präsenter. Welche konkreten Maßnahmen haben Sie in Sachen Nachhaltigkeit ergriffen?

Stefan Rummel: Nachhaltigkeit ist fest in unserer Unternehmensstrategie verankert. Unser Ziel ist es, bis 2050 konzernweit Net Zero zu erreichen. Das bedeutet, dass wir mindestens genauso viele Treibhausgase binden, wie wir freisetzen. Um das zu erreichen, setzen wir konsequent auf erneuerbare Energien, betreiben eine der weltweit größten Photovoltaik-Dachanlagen und treiben Themen wie Abfallvermeidung und ökologische Flächenentwicklung entschlossen voran.

Die IFAT Munich ist die Weltleitmesse für Lösungen im Bereich Wasser, Recycling und Zirkularität. Wie hat sich die Messe in den vergangenen Jahren verändert – sowohl in der Größe als auch inhaltlich?

Stefan Rummel: Die IFAT Munich hat sich in den vergangenen Jahren sowohl in der Dimension als auch inhaltlich stark weiterentwickelt. Sie blickt auf eine 60-jährige Geschichte zurück und hat sich von einer Fachmesse für kommunale Abwassertechnik zur weltweit führenden Plattform für Umwelttechnologien entwickelt. Neben Wasser und Abwasser stehen heute Kreislaufwirtschaft, Ressourcenmanagement sowie Klimaschutz und Klimaanpassung im Zentrum. Gleichzeitig ist die IFAT auch quantitativ gewachsen: Für dieses Jahr erwarten wir über 3.200 Aussteller und mehr als 142.000 Besucher aus mehr als 170 Ländern. Die IFAT belegt alle 18 Messehallen und zusätzlich das Freigelände mit insgesamt rund 300.000 Quadratmetern. Flächenmäßig ist die IFAT die zweitgrößte Messe am Standort München nach der bauma.

3.200

Aussteller

ca. 142.000

erwartete Besucher

170

Länder

Was dürfen wir 2026 erwarten, gibt es neue Formate, Themenschwerpunkte oder digitale Services?

Stefan Rummel: Die IFAT Munich 2026 wird ihre Rolle als globale Leitmesse für Umwelttechnologien weiter stärken – fachlich, wirtschaftlich und politisch, eingebettet in ein weltweit wachsendes IFAT-Netzwerk. Es wird wieder unsere großen Hauptbühnen, die Blue, Orange und Green Stage, mit hochkarätig besetzten Paneldiskussionen geben. Zudem wird es die Spotlight Areas geben, die sich beispielsweise den Themen ,Circular Textiles‘ oder ,Wasserbewusste Stadt der Zukunft‘ widmen. Das vollständige Programm ist online verfügbar. Ich kann außerdem die IFAT-App sehr empfehlen.

Als langjähriger Aussteller ist die REMONDIS-Gruppe in der Halle A6 verortet, hier finden sich vor allem die Recyclingunternehmen. Aber die IFAT ist ja thematisch viel breiter aufgestellt. Haben Sie einen guten Tipp, wenn jemand zum ersten Mal die IFAT besucht oder auf der Suche nach neuen Impulsen ist?

Stefan Rummel: Wir stellen in den letzten Jahren zunehmend fest, dass der Brückenschlag zwischen Wasser- und Kreislaufwirtschaft immer wichtiger für Zirkularität wird. Daher mein Tipp: Nach dem Recycling sollten Sie sich die Wasser- und Abwasserhallen sowie die Digital- und Automatisierungslösungen anschauen. Zusätzlich lohnt sich der Besuch der Orange Stage und der Live-Demonstrationen auf dem Freigelände, denn dort werden Lösungen nicht nur präsentiert, sondern auch im praktischen Einsatz diskutiert.

Messe München

Als eine der weltweit größten Messegesellschaften mit 14 Weltleitmessen und insgesamt rund 90 Messen für Investitionsgüter, Konsumgüter und neue Technologien setzt die Messe München Maßstäbe für Innovation, Flexibilität und das Vernetzen von Menschen. Zu den Weltleitmessen, das sind die jeweils weltweit größten Treffpunkte einzelner Branchen, zählt auch die IFAT.

Inwiefern versteht sich die IFAT als Treiber für Innovationen in der Umwelttechnologie?

Stefan Rummel: Die IFAT Munich ist eine zentrale Innovationsplattform, da hier neue Technologien nicht nur präsentiert, sondern auch im internationalen Markt- und Praxiskontext diskutiert und bewertet werden. Gerade die Nähe zwischen Entwicklern, Anwendern und Entscheidern sorgt dafür, dass Innovationen schneller Marktreife erlangen. Dies wird besonders in den Spotlight Areas deutlich, in denen unsere Partner wertvolle und spannende Einblicke zu aktuellen Themen wie Batterierecycling, Kunststoffrecycling, Digitalisierung in der Wasserwirtschaft oder auch Wasserstoff präsentieren.

Gleichzeitig fördern wir mit der IFAT Munich den Austausch zwischen etablierten Unternehmen, Start-ups und wissenschaftlichen Einrichtungen. Diese Vernetzung ist ein wesentlicher Treiber dafür, dass Innovationen schneller in die Anwendung kommen.

Die IFAT ist auch ein Spiegel aktueller Herausforderungen: Kreislaufwirtschaft, Ressourcenknappheit, Klimaanpassung. Welche Themen prägen die Agenda 2026 besonders?

Stefan Rummel: 2026 dreht sich die IFAT Munich um das Leitmotiv ,Circularity is a must‘. Unter diesem Motto steht auch eine Kooperation, die wir mit der Süddeutschen Zeitung eingegangen sind, um für die Notwendigkeit von Circularity noch mehr Bewusstsein zu schaffen. Erstmals wird die Redaktion Teile des Bühnenprogramms auf der IFAT Munich planen und damit auf folgenden Aspekt hinweisen: Die konsequente Umsetzung der Kreislaufwirtschaft ist die zentrale Antwort auf Ressourcenknappheit, steigende Umweltanforderungen und den notwendigen Umbau industrieller Prozesse.

Die Herausforderungen im Umweltbereich sind global. Mittlerweile haben Sie auch weltweit IFAT-Messen etabliert. Wo sind Sie überall vertreten und welche Strategie verfolgen Sie mit dem weltweiten Netzwerk?

Stefan Rummel: Die globalen Herausforderungen im Umweltbereich lassen sich nur auf internationaler Ebene lösen – genau hier setzt das weltweite IFAT-Netzwerk an. Mit unseren Veranstaltungen tragen wir dazu bei, einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser zu fördern und funktionierende Kreisläufe weiterzuentwickeln. Mittlerweile umfasst das Netzwerk zwölf Veranstaltungen auf mehreren Kontinenten. Erst im Januar haben wir mit der IFAT Saudi Arabia in Riad erstmals eine Umwelttechnologiemesse im Nahen Osten durchgeführt.

„Die globalen Herausforderungen im Umweltbereich lassen sich nur auf internationaler Ebene lösen – genau hier setzt das weltweite IFAT-Netzwerk an.“

Stefan Rummel, CEO Messe München

Was motiviert Sie persönlich an der Aufgabe, eine der weltweit führenden Messegesellschaften zu leiten?

Stefan Rummel: Mich motiviert vor allem die Kombination aus globaler Wirkung und sehr konkretem Kundennutzen. Messen sind Orte, an denen aus Ideen Geschäft wird, wo Menschen, Branchen und Technologien zusammenkommen und auf Lösungen treffen.

Haben Sie eine Vision für die Messe München im Jahr 2030?

Stefan Rummel: 2030 sehe ich die Messe München als eine noch größere globale Plattform für Wachstum in unseren Kernbranchen. Mit starken Weltleitmessen in München und einem skalierbaren Portfolio in den wichtigsten Auslandsmärkten.

Wir werden Messen konsequent aus Kundensicht denken: Transaktionen, Leads, ROI und echte Businessmomente. Gleichzeitig bleibt München unser Anker. Internationales Wachstum stärkt den Standort, bringt neue Aussteller und Kunden nach München und macht unser Unternehmen resilienter.

Bildnachweise: Bild 1, 4: Adobe Stock: Yus; Bild 2, 3: Messe München

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