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30. April 2026

Torfausstieg: Die Erden- und Substratbranche im Umbruch

Der Geschäftsbereich Erden und Substrate wird für RETERRA zum Wachstumstreiber

Das Jahr 2026 markiert einen wichtigen Meilenstein für die deutsche Erden- und Substratindustrie. Bis zum Ende des Jahres soll nach dem Willen der Bundesregierung in Blumen- und Pflanzenerde auf Torf als Inhaltsstoff so weit wie möglich verzichtet werden. Zwar wurde kein Verbot ausgesprochen, aber im Rahmen einer Vereinbarung mit der Branche das Ziel definiert, den Einsatz von Torf deutlich zu reduzieren. Das gilt erst einmal für die Produkte für Endverbraucher, für die Erzeugnisse für den professionellen Einsatz wurde 2030 als Zielmarke definiert. Entsprechend sucht die Branche seit einigen Jahren nach neuen, möglichst nachhaltigen Lösungen sowohl für den Heimgärtner wie für den Erwerbsgartenbau. RETERRA ist seit 2023 verstärkt in dem Markt aktiv und hat jetzt mit dem Erdenwerk Strenge in Ostrhauderfehn/Niedersachsen eine weitere Beteiligung erworben.

Torf spielt in der Erden- und Substratproduktion traditionell eine große Rolle. Er war der Grundstoff, der durch Zusätze wie Dünger, Kalk, Sand und Ton zu einem für den Nutzer direkt einsetzbaren Produkt veredelt wurde. Doch Torf, durch die Trockenlegung von Mooren gewonnen, setzt bei seinem Abbau und in der weiteren gartenbaulichen Nutzung Klimagase frei. Andererseits sind lebendige Moore die besten natürlichen CO2-Speicher, die es gibt. Vor dem Hintergrund der EU-Klimaziele wird deshalb die Verarbeitung von Torf zunehmend kritisch beurteilt. Daher wurde mit den Erden- und Substratherstellern eine freiwillige Selbstverpflichtung zur Reduzierung des Torfeinsatzes vereinbart.

Als nachhaltige Rohstoffalternative kommen verschiedene Materialien in Frage. Die REMONDIS-Tochter RETERRA, aktiv im Bereich von Bio- und Grünabfällen, verfügt mit Substrat- und Grüngutkomposten über solche Stoffe. Auch Gärreste aus Biogasanlagen und Biogutkomposte werden aktuell auf ihre verstärkte Einsetzbarkeit untersucht. Hinzu kommen Holzfasern oder der Chinaschilf Miscanthus. Richtig kombiniert und verwendet, sind diese mit Torfalternativen hergestellten Erden und Substrate genauso leistungsstark wie torfhaltige Erden.

„Wir investieren gezielt in Forschung, neue Rezepturen und Partnerschaften, um Substrate zu entwickeln, die ökologisch sinnvoll, gärtnerisch leistungsfähig und wirtschaftlich tragfähig sind. Genau darin sehen wir unsere Verantwortung – und unsere Chance.“

Dr. Timon Haasis, Geschäftsführer RETERRA West

Attraktive Partner im RETERRA-Netzwerk

Die Neupositionierung einer ganzen Branche öffnet auch den Weg zu neuen Allianzen. Für RETERRA ist der Markt für Erden und Substrate ein attraktiver Absatzkanal, um die biologischen Reststoffe optimal zu nutzen. Und für die mittelständischen Unternehmen der Branche bringt RETERRA Know-how und geeignete Stoffe mit, die nur begrenzt zur Verfügung stehen.

Der Markteinstieg in dieses Geschäftssegment hat RETERRA im Jahr 2019 durch die Übernahme von Hauke Erden vollzogen. Dieses Unternehmen firmiert heute als RETERRA Erden Süd GmbH mit Standorten in Remseck und Öhringen in Baden-Württemberg sowie Aichach in Bayern.

Vier Jahre später, im Jahr 2023 hat RETERRA das Erdenwerk Kleeschulte in Rüthen in Nordrhein-Westfalen übernommen. Besonders attraktiv war dabei die Spitzenposition von Kleeschulte bei der Produktion von torffreien Erden und Substraten. Dieses Know-how soll nun auch bei dem Erdenwerk Strenge genutzt werden, das RETERRA West über Kleeschulte im März 2026 von der Eigentümerfamilie übernommen hat. Das Erdenwerk Strenge ist ein Produzent von hochwertiger Blumenerde und Substraten. Auch dort setzt man vermehrt auf nachhaltigere Rohstoffe wie Holzfaser und Kompost als Zuschlagsstoffe für die Produktion von Erde.

Strenge betreibt mit Gartenpracht außerdem ein Online-Fulfillment-Center, das Online-Bestellung und Versand von Blumenerden abwickelt. Man kann dort also direkt bestellen, aber auch Dritte wie Baumarktketten bedienen sich der Lösungen von Gartenpracht. Schließlich hält Strenge neben weiteren Mittelständlern eine Beteiligung an dem Vertriebsnetzwerk Floragard, einem der Marktführer für hochwertige Erden in Deutschland.

Mit der Übernahme von Strenge treibt RETERRA diesen Kurs konsequent voran. „Kleeschulte hat gezeigt, wie erfolgreich torffreie Produkte sich am Markt etablieren. Strenge ergänzt dieses Know-how ideal – mit zusätzlichen Kapazitäten, starken Marken und digitalen Vertriebslösungen“, so Dr. Haasis: „Unser Ziel ist es, den Geschäftsbereich Erden und Substrate langfristig zu einem zentralen Wachstumstreiber innerhalb der RETERRA zu entwickeln und gleichzeitig die Zukunft der Branche im Sinne nachhaltiger Lösungen aktiv mitzugestalten.“

Luftaufnahme vom Erdenwerk Strenge

Über RETERRA

Mit einem umfangreichen Produkt- und Servicespektrum sowie über 30 Jahren Erfahrung ist RETERRA Spezialist für biologische Rohstoffe. Von der Übernahme über die Verwertung bis zur Aufbereitung deckt die REMONDIS-Tochter sämtliche Bereiche der Prozesskette ab und erbringt mit über 450 Mitarbeitenden in Deutschland Leistungen für Gewerbe, Kommunen und Privatpersonen. Insgesamt bewegt RETERRA jährlich etwa 2,5 Millionen Tonnen biologische Roh- bzw. organische Reststoffe und leistet durch die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Recycling einen wertvollen Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz.

Bildnachweise: Bild 1: Adobe Stock: Marvel’s Nook; Bild 2, 3, 4: © REMONDIS

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