Fünf Festivaltage, Tausende Besucherinnen und Besucher, unzählige Portionen Pulled Beef, kamerunische Spezialitäten, Pasta und Kaffee aus Ecuador – und am Ende kaum Abfall. Was klingt wie ein Wunschszenario, ist beim Moers Festival in diesem Jahr tatsächlich gelungen. Vom 21. bis 25. Mai 2026 servierten die Gastronomen am Kastellplatz und im angrenzenden Festivaldorf ihre Speisen ausschließlich in Mehrweggeschirr. Möglich gemacht haben das die Moers Kultur GmbH, ES Event-Service Niederrhein, REMONDIS und der in Moers ansässige Infrastrukturdienstleister ENNI. Und das vollständig freiwillig, ohne jede gesetzliche Verpflichtung.
„Die einheitlichen Schüsseln werden an verschiedenen Stellen eingesammelt und können später recycelt werden. Richtig gute Idee, dass hier niemand eigene Schalen hat.”
Thomas Killy, Gastronom
Jazz, Sonne und saubere Teller
Das älteste Jazzfestival der Welt zog in diesem Jahr erstmals in die Moerser Innenstadt um. Der Kastellplatz wurde zur Hauptbühne, der Schlosspark zum Festivaldorf. Das Wetter spielte mit, mehr als 2.000 Tickets wurden verkauft. Das Festival in der mit knapp über 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern kleinsten Großstadt Deutschlands gibt es seit 1972. Zum Experiment des diesjährigen Moers Festivals gehörte auch das Geschirr: Wer beim Händlermarkt aß, griff zur einheitlichen Mehrwegschüssel, für zwei Euro Pfand. Die Rückgabe lief zentral beim Veranstalter. Thomas Killy, seit 30 Jahren als Gastronom beim Festival dabei, brachte es gegenüber der Lokalzeitung NRZ auf den Punkt:
„Die einheitlichen Schüsseln werden an verschiedenen Stellen eingesammelt und können später recycelt werden. Richtig gute Idee, dass hier niemand eigene Schalen hat.” Zwei Euro Pfand, und der Umwelt wird Gutes getan. Die Stimmung auf dem Gelände war entsprechend gut. Händlerin Desiree Mahop, die mit ihrer Familie Speisen aus Kamerun anbot, schwärmte im Gespräch mit Medienvertretern von den Besuchern: „Die Menschen sind so gelassen, fröhlich und nett.” Wer den Händlermarkt kennt, weiß: Das Mehrweggeschirr fügt sich in dieses Bild. Es fällt auf, wenn es fehlt – und nicht, wenn es da ist.
Freiwillig, aber kein Zufall
Anders als im knapp 30 Kilometer entfernten Düsseldorf, wo das Mehrweggebot per Abfallsatzung für alle öffentlichen Veranstaltungen gilt, entschied sich das Moers Festival aus eigener Überzeugung für das System. Den entscheidenden Anstoß gab die finanzielle Unterstützung durch das kommunale Versorgungsunternehmen ENNI.
Das Prinzip der Rückgabe funktionierte zentral beim Veranstalter, nicht wie in Düsseldorf dezentral beim jeweiligen Gastronomen. Zwei Konzepte, ein Ergebnis: Das Geschirr kommt zurück, der Abfall bleibt aus.
Mehrweggeschirr für Speisen – noch immer „Neuland“, aber auf dem Vormarsch
Dass Mehrwegbecher bei Events zum Standard gehören, ist seit Jahren bekannt. Im Essensbereich sieht es anders aus: Hier befinden sich Lösungen vielerorts noch im Aufbau. Genau das ist das Feld, das Johannes Hatting und Roland Lenders von der REMONDIS Resource Management GmbH derzeit konsequent bearbeiten. Auch beim Moers Festival haben sie gezeigt, wie weit sie damit schon sind.
„Beide Veranstaltungen haben gezeigt, dass Mehrweg für Speisen logistisch voll beherrschbar ist und von den Besuchern hervorragend angenommen wird”, berichten Hatting und Lenders. „Es ist kein Hindernis mehr, sondern ein Qualitätsmerkmal moderner Eventplanung.”
Parallel zum Moers Festival war REMONDIS am 23. Mai auch beim Japantag in Düsseldorf im Einsatz, dort unter den Vorgaben der kommunalen Satzungspflicht. Beide Events zusammen versorgten an ihren jeweiligen Tagen hunderttausende Besucher mit Mehrweggeschirr für Speisen und Getränke.
Das Düsseldorfer Modell als Blaupause
Was in Düsseldorf seit 2024 für alle Großveranstaltungen gilt, hat REMONDIS gemeinsam mit der dortigen Entsorgungsgesellschaft AWISTA seit Jahren aufgebaut: ein Poolsystem, bei dem Standbetreiber das Geschirr an zentralen Ausgabestellen übernehmen und zurückgeben.
REMONDIS übernimmt Bereitstellung, Spülung und Logistik, AWISTA den Kontakt zu Veranstaltern und Gastronomen. „Mit unserem Partner REMONDIS können wir das Komplettpaket anbieten”, erklärt Giann-Luca Maßmann von der AWISTA. Der Effekt: Kein Flickenteppich, sondern ein einheitliches System für alle Stände, alle Speisen, alle Besucher.
Dass dieses System nun auch ohne gesetzlichen Druck und außerhalb Düsseldorfs funktioniert, ist eines der wichtigen Signale des Moers Festivals. Roland Lenders hat die Botschaft klar formuliert: „Düsseldorf nimmt eine Vorreiterposition im Vergleich zu anderen Städten ein. Durch dieses Vorzeigebeispiel hoffen wir, dass sich weitere Kommunen für ähnliche Konzepte entscheiden werden.” Moers hat nicht gewartet, bis eine Satzung es verlangt – und das macht den Unterschied.
Hatting und Lenders freuen sich darauf, diesen Weg gemeinsam mit weiteren Veranstaltern zu gehen. Wer sein nächstes Event nachhaltig plant, findet bei REMONDIS einen erfahrenen Partner. Vom Becher bis zum Teller!
Wie die Stadt Düsseldorf sich „auf den Mehrweg“ gemacht hat, haben wir in dieser Brand Story vorgestellt.
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