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10. Februar 2019

Bis zum letzten Rest

Die neue LVP-Sortieranlage in Erftstadt erreicht eine nie dagewesene Sortiertiefe

Erhöhung der geforderten Recyclingquoten

Seit dem 1. Januar 2019 ist das neue Verpackungsgesetz in Kraft und schreibt sukzessive höhere Verwertungsquoten bis zum Jahr 2022 vor. Der wichtigste Punkt ist dabei die Erhöhung der werkstofflichen Verwertungsquote bei Kunststoffen von ehemals 36 Prozent auf 58,5 Prozent im ersten Jahr und auf 63 Prozent ab dem Jahr 2022. Nach der letzten Erhöhung 2022 sollen die Recyclingziele innerhalb von drei Jahren erneut überprüft und gegebenenfalls sogar noch weiter erhöht werden. Um solche ambitionierten Verwertungsquoten zu realisieren, bedarf es zusätzlicher Investitionen in modernste Sortiertechnik. REMONDIS geht einmal mehr mit gutem Beispiel voran und hat zeitgleich mit dem Inkrafttreten des Verpackungsgesetzes eine neue Hochleistungssortieranlage in Erftstadt bei Köln in Betrieb genommen.

150.000 Tonnen Jahreskapazität

Angesichts des mit knapp 40 Millionen Tonnen vergleichsweise hohen Aufkommens an Siedlungsabfällen in Deutschland brauchen sich Betreiber von Sortier- und Verwertungsanlagen derzeit über die Auslastung keine Sorgen zu machen. Die Herausforderung besteht vielmehr in der Verbesserung der Sortiertiefe. Nur so lässt sich das große Ziel einer deutlichen Erhöhung der werkstofflichen Verwertungsquoten erreichen. Aus diesem Grund hat REMONDIS bereits in der Planungsphase für die Sortieranlage in Erftstadt nicht nur groß, sondern auch tief gedacht.

Bei der Erfüllung der gestiegenen Recyclingquoten kommt es auf die Sortiertiefe an.

Mit einem Durchsatz von bis zu 150.000 Tonnen pro Jahr, davon 120.000 Tonnen Leichtstoffverpackungen aus dem Dualen System, gehört die neue Anlage zu den Schwergewichten auf dem deutschen Recyclingmarkt. Und mit der Wahl des Standorts in einem großen und freien Industriegelände bei Erftstadt, in dem es mangels direkter Nachbarschaft zu keinen Belastungen für die Bevölkerung kommen kann, hat man sich bewusst für die Nähe zur Millionenstadt Köln und zur dicht besiedelten Region Rheinland entschieden.

Die Herausforderung besteht vielmehr in der Verbesserung der Sortiertiefe. Nur so lässt sich das große Ziel einer deutlichen Erhöhung der werkstofflichen Verwertungsquoten erreichen.

Modernste Sortier- und Trennverfahren

In drei Hallen für Anlieferung, Sortierung und Lagerung wird das Verpackungsmaterial zu Rohstoffen verarbeitet und konfektioniert. Die Anlieferungshalle ist mit einem Portalkran ausgestattet, der mit den anfallenden Mengen problemlos umgehen kann. Für die möglichst detaillierte und umfassende Sortierung läuft das Material nach der automatisierten Sacköffnung über eine Förderstrecke von rund 1,5 Kilometern durch eine lange Reihe von technisch ausgereiften Sortierstufen. Dazu gehören unter anderem drei Schwingsiebe, eine Siebtrommel, insgesamt 21 Nah-Infrarot-Trenner, vier Windsichter und zwei Ballistikseparatoren. Was dabei an sauber getrennten Wertstoffen herauskommt, kann sich nicht nur sehen lassen, es dient der abnehmenden produzierenden Industrie als umwelt- und klimaschonender Recyclingrohstoff, der den Bedarf an weniger umweltfreundlichen sogenannten Primärrohstoffen signifikant reduziert. Immerhin spart jede Tonne recycelter Kunststoff gegenüber dem aus Erdöl hergestellten Primärmaterial 1,2 Tonnen CO2 ein.

Sogar Glas wird erkannt und separiert

Die in Erftstadt aussortierten werkstofflichen Fraktionen sind Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polystyrol (PS), PET-Flaschen, PET-Schalen, Getränkekartons, Weißblech, Aluminium, Folien, PPK und sogar Glas. Letzteres ist eine Besonderheit der Erftstädter Anlage. Am Ende der eigentlichen Sortierung durchlaufen die sogenannten Sortierreste noch einmal eine technische Nachsortierung, bei der vor allem der oft aus Fehlwürfen stammende Anteil an Glas separiert wird.

Jede Tonne sauber sortierter Wertstoff schont die Umwelt und die Ressourcen unseres Planeten.

Erste Hochrechnungen aus dem Probebetrieb lassen eine Sicherung von immerhin rund 2.000 Tonnen Glas pro Jahr erwarten. Eine derartige Sortiertiefe hat es bislang noch in keiner Anlage gegeben. Nur ein geringer Anteil des Inputmaterials landet als Ersatzbrennstoff in der energetischen Verwertung, zum Beispiel in der Zementindustrie, zur Produktion von Strom und Wärme. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Mischkunststoffe und Sortierreste, die von der Anlage als nicht mehr recyclingfähig identifiziert wurden.

Umfassende Verwertung

Im Bereich der werkstofflichen Kunststoffverwertung gehen die sortierten Wertstoffe in die verarbeitende Kunststoffindustrie in Deutschland und im europäischen Umland. Die Eisenmetalle sowie Aluminium gehen über die REMONDIS-Tochter TSR und andere Metallverarbeiter direkt zum Stahlwerk und in die aluminiumverarbeitende Industrie. Papier und Getränkekartons werden in diversen Papierfabriken verarbeitet. Die energetischen Fraktionen werden in eigenen EBS-Anlagen aufbereitet und als Ersatzbrennstoff in der Zementindustrie oder geeigneten Kraftwerken eingesetzt. Die Sortieranlage von REMONDIS in Erftstadt soll somit einen bedeutenden Beitrag zur weiteren Schließung von Stoffkreisläufen und zur Erfüllung der Anforderungen aus dem neuen Verpackungsgesetz leisten.

Bildnachweise: © REMONDIS

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