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12. August 2026

Kreislaufwirtschaft im Schweizer Gesundheitswesen neu gedacht

Gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus Medizin, Pharma und Forschung entwickelt REMED Lösungen, die Kreislaufwirtschaft und Versorgungssicherheit miteinander verbinden

Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen stellen besondere Anforderungen an das Abfallmanagement. Sicherheit, gesetzliche Vorgaben und ein reibungsloser Betrieb müssen ebenso berücksichtigt werden wie steigende Erwartungen an Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Genau an dieser Schnittstelle arbeitet REMED, der auf das Gesundheitswesen spezialisierte Geschäftsbereich der Chiresa AG. Das Unternehmen entwickelt in der gesamten Schweiz Lösungen für ein ganzheitliches Stoffstrommanagement und begleitet medizinische Einrichtungen als langfristiger Partner.

„Unsere Entsorgungsdienstleistungen müssen zuverlässig, sicher und nahtlos funktionieren, ohne den Klinikalltag zu beeinträchtigen oder Patientinnen und Patienten sowie das medizinische Personal mit dem Thema Abfall zu belasten“, erklärt Kristin Doppelreiter, die den Geschäftsbereich REMED seit Anfang 2025 leitet. Gleichzeitig gelte es, zwei Anforderungen miteinander zu verbinden: den sicheren Umgang mit sensiblen medizinischen Sonderabfällen und den Wunsch der Kundinnen und Kunden nach nachhaltigen und kreislauffähigen Lösungen. „Diese Kombination macht unsere Arbeit ausgesprochen vielseitig und erfordert eine enge Zusammenarbeit mit vielen unterschiedlichen Beteiligten.“

„Unsere Entsorgungsdienstleistungen müssen zuverlässig, sicher und nahtlos funktionieren, ohne den Klinikalltag zu beeinträchtigen oder Patientinnen und Patienten sowie das medizinische Personal mit dem Thema Abfall zu belasten.“

Kristin Doppelreiter, Leiterin Geschäftsbereich REMED

Kristin Doppelreiter

Kristin Doppelreiter studierte Wirtschafts- und Umweltwissenschaften in Österreich und fand eher zufällig den Einstieg in die Abfallwirtschaft. Während ihres Studiums arbeitete sie in einer Kunststoffsortieranlage in Graz, wo sie Führungen für unterschiedliche Stakeholdergruppen durchführte.

Nach ihrer Masterarbeit in Frankreich, in der sie sich mit dem Zusammenspiel von Abfallwirtschaft und Tourismus beschäftigte, wechselte sie in die Schweiz. Seit fast fünf Jahren ist sie bei REMONDIS Schweiz tätig und beschäftigt sich dort mit den Herausforderungen und Chancen einer zukunftsfähigen Kreislaufwirtschaft. Anfang 2025 hat Kristin Doppelreiter die Leitung des Geschäftsbereichs REMED übernommen, den sie von Anfang an maßgeblich mitaufgebaut und mitgestaltet hat – von der strategischen Ausrichtung bis hin zur Besetzung des Teams.

Ein Ansprechpartner für alle Stoffströme

Während viele Entsorgungsmodelle nach einzelnen Abfallarten organisiert sind, verfolgt REMED einen anderen, ganzheitlichen Ansatz: Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen haben einen einzelnen Ansprechpartner, der sämtliche Leistungen aus einer Hand liefert, unabhängig davon, ob es sich bei den Abfällen um Chemikalien, pathologische Abfälle, Papier oder Kunststoff handelt.

Die Koordination der verschiedenen Stoffströme übernimmt REMED im Hintergrund gemeinsam mit Unternehmen der REMONDIS-Gruppe sowie regionalen Partnerunternehmen in der gesamten Schweiz. Für die Kundinnen und Kunden entstehen dadurch schlanke Prozesse und klare Zuständigkeiten.

Darüber hinaus arbeitet der Geschäftsbereich eng mit REMONDIS Medison in Deutschland zusammen. Der regelmäßige fachliche Austausch eröffnet neue Perspektiven, etwa bei innovativen Verfahren zur Behandlung medizinischer Einwegmaterialien oder bei der Entwicklung neuer Dienstleistungen. „Ziel ist es, gemeinsam Lösungen weiterzudenken und neue Dienstleistungen langfristig auch für den Schweizer Markt zu entwickeln“, so Kristin Doppelreiter.

Beratung statt reiner Entsorgung

Für REMED endet die Zusammenarbeit nicht mit der Abholung von Abfällen. Vielmehr versteht sich der Geschäftsbereich als Partner seiner Kundinnen und Kunden und begleitet diese dabei, ihre Prozesse weiterzuentwickeln und nachhaltiger zu gestalten. Dafür werden bestehende Abläufe vor Ort sehr genau analysiert und geprüft, an welcher Stelle Prozesse sich vereinfachen oder effizienter gestalten lassen. Ziel ist es, Sicherheitsanforderungen, Wirtschaftlichkeit und Umweltaspekte gleichermaßen zu berücksichtigen. Häufig lassen sich beispielsweise Trennsysteme vereinfachen oder interne Transportwege effizienter gestalten, ohne dabei Kompromisse bei Qualität oder Sicherheit einzugehen.

Die enge Zusammenarbeit mit weiteren REMONDIS-Gesellschaften ermöglicht es zudem, Know-how aus unterschiedlichen Fachbereichen einzubringen und dadurch ganzheitliche Konzepte zu entwickeln. So entsteht ein umfassendes Dienstleistungsangebot, das weit über klassische Entsorgung hinausgeht. „Gerade im Gesundheitswesen genügt es nicht, lediglich gesetzliche Mindestanforderungen zu erfüllen“, gibt Kristin Doppelreiter zu bedenken. „Entscheidend sind verlässliche Prozesse, hohe Qualitätsstandards und Lösungen, die sich am Alltag der Einrichtungen orientieren.“

Ausbau des Netzwerks und internationale Projekte

Mit der Gründung des eigenständigen Geschäftsbereichs REMED im Jahr 2022 stand zunächst im Vordergrund, bestehende Kundenbeziehungen zu stabilisieren und eine verlässliche Basis für die weitere Entwicklung zu schaffen. Gleichzeitig bot die neue Struktur die Möglichkeit, Prozesse zu überarbeiten und die Zusammenarbeit mit den Kundinnen und Kunden konsequent weiterzuentwickeln.

Ein wichtiger Meilenstein war zudem der Ausbau des Partnernetzwerks innerhalb der Schweiz. Gemeinsam mit regionalen Partnerunternehmen entstand ein flächendeckendes Netzwerk, das heute kurze Transportwege und eine Betreuung vor Ort ermöglicht. Mit der Expansion ins Tessin wurde dieser Ausbau zuletzt konsequent fortgesetzt.

Parallel dazu gewinnen internationale Kooperationen und Projekte zunehmend an Bedeutung. Gemeinsam mit weltweit tätigen Pharmaunternehmen arbeitet REMED an Konzepten, um wertvolle Rohstoffe aus medizinischen Produkten zurückzugewinnen und in den Stoffkreislauf zurückzuführen. Ein aktuelles Beispiel ist ein europaweites Rücknahmesystem für Medikamentenpens. Die Injektionshilfen, die typischerweise aus verschiedenen Kunststoffen, Metallen und Spritzen bestehen, werden in mehreren europäischen Ländern gesammelt und anschließend in der Schweiz stofflich verwertet. Die wertvollen Materialien könnten somit vollständig zurückgewonnen und als Recyclingrohstoffe in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden, anstatt sie thermisch zu verwerten.

REMED

REMED ist Komplettanbieter und Spezialist für sämtliche Abfälle aus dem Schweizer Gesundheitswesen – egal, ob es sich um Sonderabfall oder nicht gefährliche Abfälle handelt. Die Leistungen umfassen neben der klassischen Abholung und Entsorgung auch die Beratung, die Erstellung von Entsorgungskonzepten, die Übernahme von GGB-Mandaten sowie eine breite Palette an Produkten für die sichere Sammlung und Entsorgung medizinischer Sonderabfälle und Wertstoffe. In der Schweiz ist REMED der Chiresa AG angegliedert und damit Teil der REMONDIS Schweiz AG. Diese kümmert sich mit 400 Mitarbeitenden in der ganzen Schweiz um jährlich rund 300.000 Tonnen Abfälle.

Weitere Informationen unter: www.remondis-remed.ch

Kreislaufwirtschaft braucht gemeinsame Standards

Auch mit Blick auf die Zukunft sieht Kristin Doppelreiter weiteres Entwicklungspotenzial. Ein wichtiges Thema sei der Ausbau eines flächendeckenden Kunststoffsammelsystems in der Schweiz. „Gerade im internationalen Vergleich überrascht mich, dass die separate Sammlung von Kunststoff in der Schweiz vielerorts noch nicht selbstverständlich ist.“ Positiv sei aber, dass sich in den vergangenen Jahren in der Schweiz einiges in Bewegung gesetzt habe. Angesichts knapper werdender Ressourcen wird die stoffliche Verwertung ohnehin künftig weiter an Bedeutung gewinnen.

In dieser Brand Story haben wir den aktuellen Stand der Kreislaufwirtschaft in der Schweiz, die Sammeldisziplin der Eidgenossen und Perspektiven für die Zukunft vorgestellt.

Darüber hinaus könnte mehr Standardisierung innerhalb des Gesundheitswesens zielführend sein. „Heute verwendet nahezu jede Einrichtung eigene Farbsysteme für Behälter medizinischer Sonderabfälle. Einheitliche Farbkennzeichnungen würden die Arbeit deutlich erleichtern, sowohl bei der Lagerhaltung als auch im Klinikalltag.“ Auch wäre gerade bei einheitlichen Farbkennzeichnungen ein Umstellen auf ressourcenschonendere graue medizinische Einwegbehälter aus recyceltem Kunststoff viel einfacher möglich, so Doppelreiter.

Für REMED steht fest: Die Anforderungen an das Abfallmanagement im Gesundheitswesen werden weiter wachsen. Umso wichtiger werden integrierte Lösungen, die Sicherheit, Effizienz und Ressourcenschonung gleichermaßen in den Mittelpunkt stellen. Kreislaufwirtschaft beginnt dabei nicht erst am Ende eines Prozesses, sondern bei der ganzheitlichen Betrachtung von Anfang an.

Bildnachweise: Bild 1: © REMONDIS; Bild 2: © REMED; Bild 3: iStock: NicoElNino

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